Neue Wege an der Basler Fasnacht

Eine traditionsreiche Clique, die Basler Mittwoch-Gesellschaft, lanciert eine Idee. Sie startet mit einem Projekt, das sie Avantgarde nennt. Der Name soll dabei Programm sein.

Logo des neuen Fasnachts-Projekts Avantgarde Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Avantgarde - so heisst das neue Projekt der Basler Mittwoch-Gesellschaft. zVg

Die Idee ist einfach, aber bestechend: Es soll eine neue Fasnachts-Clique geben unter dem Label der Basler Mittwoch-Gesellschaft BMG, die vor allem Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen will und es den Mitgliedern erlaubt, neue Ideen und neue Formen auszuprobieren.

Alain Grimm, Präsident der BMG, sagt: «Das Spezielle an dieser Idee ist, dass sich die 14- bis 25-Jährigen frei entfalten können ohne Konventionen der Clique, an die sie sich halten müssen.»

Es ist kein Zufall, dass die BMG dieses spezifische Alterssegment im Auge hat. Gerade ältere Teenager finden es häufig nicht mehr besonders spannend, mit den Kleinen der Jungen Garde unterwegs zu sein, die Stammclique ist ihnen jedoch bisweilen zu erwachsen und zu träge. Also gehen der Fasnacht junge Leute verloren. Dies soll sich bei der BMG nun ändern.

Ein Labor für Fasnachtsverrückte

Neu ist aber auch die Ausrichtung dieser Clique: Sie heisst Avantgarde und der Name ist Programm. «Sie soll ein Labor sein für Fasnachtsverrückte», sagt Alain Grimm. Gleichzeitig soll die Avantgarde aber jederzeit auf die Erfahrung und die Infrastruktur der Stamm-Clique zurückgreifen können.

Fragt sich jedoch, wer bei der Avantgarde mitmachen soll. Die BMG hat nämlich schon lange keine Junge Garde mehr, aus der sie Jugendliche rekrutieren könnte. Mädchen und Frauen gibt es auch nicht in der Clique. Alain Grimm macht sich jedoch keine Sorgen: «Wir haben Mitglieder in diesem Alter - und wir wissen von Leuten, die unzufrieden sind oder sogar keine Fasnacht mehr machen. Sie könnten an unserem Angebot interessiert sein.»

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)