Neue Zettel für Basler Regierungswahlen kommen unterschiedlich an

Die Zettel bei den Basler Regierungswahlen kommen in diesem Jahr in neuer Form daher. Die sieben Kandidatinnen und Kandidaten werden im Ankreuzverfahren gewählt, statt wie früher mit separaten Listen. Ob dieses Verfahren Auswirkungen auf den Ausgang der Wahlen hat, ist ungewiss.

Mann wirft Wahlzettel in die Urne Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Wahllisten für die Basler Regierung wurden in diesem Jahr geändert. Keystone

Linke und Rechte Parteien markieren auch in diesem Wahlkampf vor allem eins - Geschlossenheit. Man postet gemeinsame Selfies in den sozialen Medien und will als ein starkes Team wahrgenommen werden.

Auf den neuen Wahlzetteln ist jedoch Schluss mit diesem gemeinsamen Auftritt: Statt separate Wahlzettel aufgeteilt nach Blöcken druckt die Staatskanzlei in diesem Jahr Wahlzettel mit Ankreuzmöglichkeiten. Der Wählerin oder der Wähler wirft also nicht den Wahlzettel seiner Favoriten im linken oder rechten Lager ein, sondern wählt die Kandidaten einzeln aus und kreuzt diese an.

Ob dieses neue Verfahren Auswirkungen auf den Ausgang der Wahlen hat, ist ungewiss. Brigitte Hollinger, Präsidentin der Basler SP, sieht darin keinen Nachteil für die Kandidaten und Kandidatinnen der Linken. Joël Thüring, der den Wahlkampf der Basler Bürgerlichen koordiniert, favorisiert dagegen das alte System. «Mit dem alten System hatte man einen besseren Überblick», meint Thüring.

Anderes Verhalten der Mitte-Wähler

Das neue System könnte vor allem den Kandidatinnen und Kandidaten am linken und rechten Rand Stimmen kosten. So zum Beispiel Lorenz Nägelin, der als SVP-Vertreter bei diesen Wahlen zum ersten Mal auf einer gemeinsamen Liste der Bürgerlichen steht. Thüring: «Das Risiko, dass die neuen Kandidaten nicht angekreuzt werden, besteht im linken aber auch im bürgerlichen Lager.»

Einig sind sich Thüring und Hollinger, dass das neue System bei Wählern in der Mitte zu einem neuen Verhalten führen kann. Diese Wähler werden vermutlich eher als früher Kandidaten aus beiden Lagern ihre Stimme geben, statt die Liste des einen oder anderen Blocks einzuwerfen.