Neues Leben in der Papierfabrik Zwingen

Seit über zehn Jahren ist die Papierfabrik nicht mehr in Betrieb. Nun aber hauchen Künstlerinnen und Künstler dem Gebäude zum letzten Mal neues Leben ein. Das Kunstprojekt Living Memory schliesst ein Stück Industriegeschichte ab, ehe ein Teil der Gebäude abgerissen wird.

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Bildlegende: Das Markenzeichen: die bunte Fassade. SRF/Roland Schnetz

Riesige Hallen, die leer stehen: eine Spielwiese für 18 Künstler. unter ihnen Jacqueline Weiss. Sie realisiert hier ihr Kunstprojek «an - denken». Es handelt sich um ein begehbares Bild, das den früheren Betrieb in der Papierfabrik aufgreift. «Man sieht den Alltag, wie er früher hier statt fand», so Weiss.

Jemand, der diesen Alltag selbst erlebt hat, ist Franz Boruat. «Ich habe den Weg vom Handlanger zum Elektrochef durchlaufen», so Boruat. 50 Jahre arbeitete er in der Papierfabrik. Nun steht er in der leeren Halle und schwelgt in Erinnerungen. Knapp 300 Personen hätten hier gearbeitet.

Die Ausstellung in der Papierfabrik soll dazu beitragen, die Geschichte der «Papieri» am Leben zu halten. «Wir wollen zum Denken anregen und Erinnerungen aktivieren», so Jacqueline Weiss. Ein Leben ohne Erinnerungen sei ein armes Leben.

Die Ausstellung «Living Memory» bildet den Schlusspunkt einer über 100 jährigen Industriegeschichte. Im Birstal gab es früher vier Papierfabriken, die «Papiri Zwingen», wie sie im Volksmund genannt wird, wird nun bald abgerissen. An ihrer Stelle sollen neue Wohnungen und ein neues Gewerbeareal entstehen.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)