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Neues Polizeigesetz Basler Regierung will stärker gegen häusliche Gewalt vorgehen

Die Gewaltberatung soll Polizeirapporte bekommen, um Gewalttäter gezielter mit ihren Taten konfrontieren zu können.

Im Rahmen eines Pilotprojekts bekommt die Gewaltberatung der Bewährungshilfe seit rund einem Jahr die Rapporte, die die Polizei nach einem Einsatz wegen häuslicher Gewalt schreibt. Damit habe diese detaillierte Informationen zur Hand, die ihr die Arbeit erleichtern würden, sagt Gewaltberater Tobias Portmann.

Portmann ruft die Täter nach dem Vorfall an und versucht, mit ihnen ihre Tat zu reflektieren. «Häufig wollen sie verdrängen, was sie gemacht haben», sagt Portmann. «Kann ich einen Gefährder, wie wir sie nennen, dann aber beispielsweise damit konfrontieren, dass die Polizei gesehen habe, dass sein kleiner Sohn Angst vor ihm gehabt habe, kann ich ihn damit emotional ansprechen.» Damit steige die Chance, dass er auf eine Beratung einsteige.

Manchmal erst nach der zweiten Gewaltorgie

Im Rahmen des Pilotprojekts wurde diese sogenannte Gefährderansprache ausgeweitet und Portmann konnte viel mehr Täter anrufen. Etwa ein Viertel von ihnen habe sich danach auf ein Gespräch bei ihm im Büro eingelassen. Das ist zwar nur ein kleiner Anteil, dennoch soll diese neue Möglichkeit beibehalten und im neuen Polizeigesetz festgeschrieben werden.

Das ist ganz im Sinne von Gewaltberater Portmann. Manchmal würden sich Gewalt ausübende Väter oder Partner auch erst nach einem zweiten Gewaltausbruch und dem darauf folgenden Anruf zu einer Therapie entscheiden. Nicht selten dann, wenn er mit verängstigten Kindern argumentieren könne, sagt Portmann. Er möchte diese neue Möglichkeit deshalb im neuen Gesetz festschreiben und damit zur gängigen Praxis machen. Darüber entscheiden muss der Basler Gross Rat.

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