Nordwestschweizer Fussballverband verbannt Junioren-Eltern

Nach wiederholten Vorfällen mit gewalttätigen Eltern greift der Fussballverband durch: Eltern dürfen sich nicht mehr direkt am Spielfeldrand aufhalten, sondern nur noch in speziellen Zuschauer-Fan-Zonen.

Eltern mit Kind am Rand eines Fussball-Spielfelds Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In Zukunft sollen Eltern nicht mehr so nah ans Spielfeld gelassen werden. Keystone

Ein Vater streckt den Trainer mit einem Faustschlag nieder, weil dieser seinen Sohn auf die Reservebank gesetzt hat. Eltern verprügeln eine Junioren-Mannschaft, weil diese gegen das Team des eigenen Nachwuchses erfolgreich war: Solche Zwischenfälle kennt auch der Junioren-Verantwortliche des SV Muttenz, Andreas Aerni: «Eltern stehen direkt an der Seitenlinie, geben dort ihre Kommentare zum Schiedsrichter ab, coachen ihre Kinder und versuchen den Trainer zu beeinflussen. Das führt oft zu einer hitzigen Atmosphäre während eines Spieles.»

Unter diesem Verhalten der Eltern leiden - neben Trainern und Schiedsrichtern - jedoch vor allem die Kinder, glaubt Manfred Wieland, Präsident des SV Muttenz: «Kinder spüren oft einen hohen Erwartungsdruck und können so gar nicht ihre volle Leistung abrufen.»

Fanzonen für Eltern

Der Schweizerische Fussballverband fordert jetzt sogenannte Zuschauer-Fanzonen für Eltern. Alain Burger, technischer Leiter des Fussballverbands Nordwestschweiz: «Das sind Bereiche, wo Eltern sich aufhalten können - nahe am Spielfeldrand, aber mit der nötigen Distanz.»

Die neue Weisung wird vorerst versuchsweise eingeführt. An der Breitensporttagung von Anfang Jahr sollen die Vereine nochmals instruiert werden, wie die Massnahme am besten umgesetzt werden soll. Ab Frühling 2016 ist sie obligatorisch.

(Regionaljournal Basel, 17:30)