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Basel Baselland Pegoraro will Doppelspurausbau im Laufental selbst anpacken

Die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro will nicht länger auf Geld vom Bund warten, sondern selber aktiv werden. Mit einer Vorfinanzierung will sie den Doppelspurausbau in Laufen anschieben. Dies sagte sie gegenüber der Zeitung «bzbasel». Ein Vorschlag, der auf Zustimmung stösst.

IC-Neigezug legt sich bei Biel in die Kurve.
Legende: Wie hier bei Biel soll eine Doppelspur auch im Laufental mehr und bessere Zugverbindungen ermöglichen. Keystone

«Mir geht es darum, dass das Laufental nicht schlechter gestellt wird», sagt Sabine Pegoraro gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Doch beim Bahnangebot droht genau diese Situation: Wegen des Ausbaus des Bahnhofs Lausanne fahren bald keine direkten Schnellzüge mehr nach Genf durchs Laufental und die regionalen Anschlüsse werden schlechter.

Für Sabine Pegoraro ist dies der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Denn schon seit Jahren kämpft das Laufental für eine bessere Bahn-Anbindung und für einen Viertelstundentakt nach Basel.

Zauberwort Vorfinanzierung

Sabine Pegoraro schlägt vor, dass der Kanton einen Kredit von rund 100 Millionen Franken aufnimmt und damit den Ausbau auf Doppelspur finanziert. Der Bund solle dann das Geld innerhalb von 10 bis 15 Jahren zurückzahlen. Das Baselbiet müsste so nur die Zinsen von jährlich etwa 2 Millionen Franken tragen.

Abstimmungs-Werbung?

Die Ankündigung von Sabine Pegoraro kommt in einem Moment, in dem die eidgenössische Abstimmung zu «FABI» vor der Tür steht, der Vorlage zu Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur. Diese Abstimmung möchte Sabine Pegoraro gewinnen, sie engagiert sich im Ja-Komitee. Und von dieser Abstimmung ist auch die Vorfinanzierung abhängig. Mit der Ankündigung, die Doppelspur anzuschieben - sollte es ein Ja zu FABI geben - hat Sabine Pegoraro also sicherlich im Laufental einige Ja-Stimmen für FABI gewonnen.

Dass Sabine Pegoraro aber nur aus abstimmungstaktischen Gründen eine Vorfinanzierung anstrebt, glaube er gar nicht, so Marc Scherrer, Präsident des Komitees «Pro Juralinie» und Präsident der CVP Laufental: «Ich weiss, dass sich die Regierung schon sehr lange für die Doppelspur einsetzt.» Und auch FDP-Landrat Rolf Richterich meint: «Die Regierung will damit die Wichtigkeit der Doppelspur betonen.»

Grösseres Paket schnüren

Nicht nur bei den Betroffenen aus dem Laufental kommt Sabine Pegoraros Vorschlag gut an, sondern auch bei jenem Mann, der sonst vor allem für Strassen kämpft: Christoph Buser, Direktor der Wirtschaftskammer: «Vorfinanzierung ist ein Gedanke, den man sich machen muss.» Es wäre seiner Meinung nach allerdings geschickt, nicht nur den Doppelspurausbau, sondern gleich auch weitere Verkehrsprojekte einzubeziehen. Ansonsten sei es schwierig, eine Mehrheit zu finden, so Buser.

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