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Personalprobleme in Hersberg Gemeindepräsident verzweifelt gesucht

Niemand will in der kleinen Gemeinde Hersberg Gemeindepräsident werden und so wählt und wählt die Gemeinde vergeblich.

Legende: Audio Hersberg sucht einen Gemeinderat abspielen. Laufzeit 04:28 Minuten.
04:28 min, aus Regionaljournal Basel Baselland vom 27.11.2018.

Immer wieder werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in der 300-Seelen-Gemeinde Hersberg an die Urne gerufen. Sie sollen eine neue Gemeindepräsidentin oder einen Gemeindepräsidenten wählen. Der bisherige, langjährige Präsident Florian Kron ist zurückgetreten. Doch bis heute will niemand für dieses Amt kandidieren. Gerade letzten Sonntag haben die Einwohner von Hersberg wieder einmal gewählt, aber niemand hat das absolute Mehr erreicht. Das ist auch nicht verwunderlich. Schliesslich gab es auch keinen einzigen Kandidaten.

In den letzten zwanzig Jahren kam es immer wieder vor, dass die 300-Seelen-Gemeinde ihre Gemeinderatssitze nicht besetzen konnte. Am schlimmsten war es vor zehn Jahren. Damals musste der Kanton einschreiten und einen Statthalter bestimmen, den ehemaligen Regierungsrat Erich Straumann. Damals war nur noch gerade ein einziger gewählter Gemeinderat im Amt. Zwei Sitze blieben leer.

Blick auf Hersberg
Legende: In Hersberg ist es derzeit unmöglich, jemanden zu finden, der Gemeinderat werden möchte. zVg

Ganz so dramatisch ist es heute in Hersberg noch nicht. Zwei der drei Sitze im Gemeinderat sind nämlich besetzt. Damit ist die Behörde im Gegensatz zu vor zehn Jahren immer noch handlungsfähig, wie Daniel Schwörer, beim Kanton zuständig für die Gemeinden, bestätigt. Um handlungsfährig zu sein, müssten mehr als die Hälfte der Mitglieder eines Gemeinderats im Amt sein und dies ist in Herberg der Fall.

Doch auch wenn die Behörde in Hersberg noch handlungsfähig sei, müssten über kurz oder lang, alle drei Gemeinderatssitze besetzt sein. «Die Stimmberechtigten von Hersberg müssen sich schon überlegen, wie es weitergehen soll, wenn sie weiter eine Wahl nach der anderen abhalten, ohne Resultat. Ewig wird der Kanton nicht zuschauen», sagt Schwörer.

Florian Kron, ehemaliger Gemeindepräsident von Hersberg.
Legende: Florian Kron, ehemaliger Gemeindepräsident von Hersberg. SRF

Wie der Kanton eingreifen könnte, wollte Daniel Schwörer nicht näher ausführen. Nur so viel: Im Gesetz ist vorgesehen, dass die Regierung dann so genannte «aufsichtsrechtliche Massnahmen» ergreifen könne. Der Druck auf die Bevölkerung von Hersberg, einen Gemeindepräsidenten oder eine Gemeindepräsidentin zu finden, steigt demnach. Nächster Wahltag ist Ende Januar.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Huii, in Hersberg drohen nicht fremde Richter sonde fremde Gemeindepräsidenten die Macht zu übernehmen! Hersberg könnte doch im Stil einer Kommune, ganz flachhierarchisch geführt werden. Ein neues Hippiezeitalter einführen, peace, sex, drugs and rock'n roll auf dem Hersberg!
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  • Kommentar von Michel Koller (Mica)
    Die Bevölkerung trägt ihren Anteil an der Misere. Übernimmt man heute so ein Amt, setzt man sich Beschimpfungen, Drohungen etc. aus. Jeder Fehler oder kritische Entscheidung wird einem persönlich angelastet. Kompromisse und Konsens wird als Schwäche ausgelegt und ist man andere Meinung, wird man gleich als Verräter betitelt.
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  • Kommentar von David Bättig (Danloito)
    Ich würde ja schon Gemeindepräsident werden, bin aber erst 16 Jahfe alt und nicht aus dieser Region :)
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