«Pfyfferli» 2016 - erneut ein guter Jahrgang

Das «Pfyfferli» wird oft als Bijou unter den Basler Vorfasnachtsveranstaltungen bezeichnet. Auch in diesem Jahr wird das «Pfyfferli» seinem Ruf gerecht. Dies zeigt sich an der Premiere am Freitagabend. Das «Pfyfferli» 2016 überzeugt und macht Lust auf die Zeit bis zur Fasnacht.

Tambouren und Pfeifer auf der Bühne Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Barfiessler, Bajass und Chriesibuebe sorgen am diesjährigen Pfyfferli für fasnächtliche Töne auf höchstem Niveau. zvg/fauteuil.ch

Der Mix gelingt den Produzenten und Gastgebern im Theater Fauteuil Caroline und Claude Rasser auch in diesem Jahr: Viel Satire, ein Schuss guter Fasnachtsmusik, Melancholie, süffige Unterhaltung und freche Schnitzelbank-Verse. Die Schnitzelbänkler «Spitzbueb» und «Dr Heiri» sorgen für Höhepunkte an der diesjährigen Premiere.

Vor allem die Baselbieter bekommen ihr Fett weg in den Versen aber auch in den gespielten Stücken des Pfyfferli-Ensembles. Es zeichnet sich ab, dass die harzige Partnerschaft zwischen den beiden Basler Halbkantonen erneut ein Top-Sujet an der diesjährigen Fasnacht wird.

Keine Tabus

Es gibt aber auch ruhige Momente am diesjährigen «Pfyfferli». So sinnieren drei französische Damen im Stück «Y bi scho länger doo» vor einem Bistro in Paris über die aktuelle Weltlage zusammen mit einem Kellner, der aus der Banlieu stammt. Die Pfyfferli-Macher beweisen, dass es an der Fasnacht keine Tabus gibt und auch solche schweren Themen ihren Platz haben.

Im Vordergrund stehen aber die heiteren Momente. Zum Beispiel wenn ein Velokurier, gespielt von David Bröckelmann, von seiner täglichen Arbeit erzählt und Regierungsrat Baschi Dürr sein «Nicht Unser Bier» liefern muss. Bröckelmann überzeugt auch als Stimmenimitator und lädt als «minu» in seine Kochsendung. Zu Gast sind der Basler Theaterdirektor Andreas Beck, FCB-Trainer Urs Fischer und Moderator Kurt Aeschbacher.

Wenig Hänger - Hohe Trommel- und Pfeiferkunst

Ein paar wenige Hänger gab es dennoch an der Premiere am Freitagabend. So sorgte das Stück «Buh!» mit dem Versuch eines Geistes, sein Gegenüber zu erschrecken, für wenig Reaktionen im Publikum. Kompensiert wurden diese seltenen, lahmen Stellen dann jedoch wieder durch Trommel- und Pfeiferkunst auf höchsten Niveau - unter anderem zelebriert vom mehrfachen Trommelkönig und Solotambour Ivan Kym.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)