Pina Dolce: «Ich bin eine visuelle, blinde Frau»

Die Basler Künstlerin Pina Dolce ist als 15-Jährige erblindet. Ein Schicksalsschlag, der sie eine Weile vom Malen abhielt. Durch eine künstlerische Ausbildung hat Pina Dolce wieder zum Malen gefunden. Eine Leidenschaft, die zur Notwendigkeit wurde.

Pina Dolce im Profil fotografiert, vor einem abstrakten, grünen Bild, mit roter Farbe in der Mitte. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Pina Dolce vor einem ihrer Bilder: Landschaft der Leidenschaft. SRF

Pina Dolce ist eine Künstlerin, die Videos dreht und Bilder malt. Auf den ersten Blick scheint es, als sei Pina Dolce eine Künstlerin wie jede andere auch. Auf den zweiten Blick aber sieht man: Pina Dolce ist anders.

Pina Dolce ist mit 15 Jahren erblindet. Ein Schicksalsschlag, der ihr anfänglich die Freude am Malen genommen habe: «Ich war innerlich und äusserlich im Dunkeln. Ich habe alles aufgegeben», sagt Pina Dolce gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Heute ist Malen für Pina Dolce eine Notwendigkeit. In ihren Bildern drückt sie aus, wie sie die Welt sieht. Sie transportiert ihre inneren Bilder nach aussen - macht sie sichtbar für alle anderen.

Malen bedeutet für Pina Dolce manchmal auch akrobatisches Geschick, zum Beispiel beim Bemalen einer zwei Meter hohen Leinwand: «Ich habe sie mit den Füssen und den Händen angeschaut, nur um die Dimension zu verstehen.» Manchmal greift sie beim Malen auch in die Trickkiste. Damit der Mond rund wird, nimmt sie zum Beispiel ein rundes Gefäss zur Hilfe, um die Umrandung zu malen.

«  Ich finde es spannend, die Augen von anderen auszuleihen. »

Pina Dolce
Künstlerin

Farben spielen in Dolces Kunst eine zentrale Rolle. Die Farben in ihren Bildern sind intensiv. Sie habe die Farben noch gut in Erinnerung, sagt Pina Dolce. Farben seien ihr schon immer wichtig gewesen: «Ich bin eine visuelle, blinde Frau.» Und obwohl sie sich die Farbe noch gut vorstellen kann, mag sie es, wenn andere - sehende Menschen - ihre Bilder mit den eigenen Worten beschreiben. Auf diese Art und Weise würde sie sich die Augen anderer ausleihen und durch diese Augen ihre Kunst betrachten.