Pläne für Asylzentrum im Baselbiet sorgen für Diskussion

Im Kanton Baselland zwei Standorte in der engeren Auswahl für ein grosses Asylzentrum des Bundes. Die Reaktion in den betroffenen Gemeinden ist unterschiedlich: Hölstein lehnt kategorisch ab, Liestal zeigt sich gesprächsbereit.

Blick durch den Maschendrahtzaun auf das Asylzentrum des Bundes in Zürich. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das erste Bundeszentrum wurde schon 2013 in Zürich im Testbetrieb eröffnet. Keystone

Das Bundesamt für Migration möchte Asylverfahren beschleunigen. Dazu braucht er neue Asylzentren in verschiedenen Regionen. So zum Beispiel auch in der Region Nordwestschweiz, also den Kantonen Aargau, Solothurn, Basel-Stadt und Baselland.

Laut Basellandschaftlicher Zeitung ist der Bund im Baselbiet fündig geworden: Er fasst Hölstein und Liestal als mögliche Standorte ins Auge. In Hölstein wehrt sich allerdings der Gemeinderat geschlossen gegen die Pläne. Gemeindepräsidentin Monica Geschwind erklärt, 450 Asylbewerber auf 2400 Einwohner stünden in keinem guten Verhältnis.

Anders die Reaktion in Liestal, wo sich der Stadtrat gesprächsbereit zeigt. Die Liestaler Stadträtin Regula Nebiker sagt stellvertretend, sie sage nicht a priori Nein - allerdings auch nicht Ja. Zuerst müsse man genauer wissen, was ein solches Zentrum für Liestal bedeuten würde. So dürfe zum Beispiel die Entwicklung von Liestal nicht gebremst werden. Zudem müsse das Bundesamt für Migration der Stadt eine Gegenleistung anbieten.

Beide Gemeindevertreterinnen kandidieren für den Baselbieter Regierungsrat - Monica Gschwind für die FDP, Regula Nebiker für die SP. Als Regierungsrätin wären sie darauf angewiesen, dass die Gemeinden Hand für neue Asylzentren bieten. Für die Gemeindepräsidentin der Nein-Sager Gemeinde Hölstein kein Widerspruch: «Ich bin jetzt Gemeindpräsidentin von Hölstein und muss die Interessen der Gemeinde vertreten. Und das mache ich zu hundert Prozent.» Ganz anders ihre Gegenkandidatin Regula Nebiker: «Zuerst muss man doch wissen, worum es genau geht. Ich würde nicht schon jetzt die Hände werfen und profilaktisch Nein schreien», sagt sie.

(Regionaljournal Basel, 17:30)