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Projekt der Uni Basel Biologen zählen Ameisen, Spinnen und Schnecken

Je dichter bebaut eine Stadt ist, desto weniger Platz bleibt für Tiere und Pflanzen. Oft wird ihnen auch noch mit Pestiziden zu Leibe gerückt. Wie es um die Artenvielfalt in Basler Gärten steht, dass untersuchen zurzeit Biologen der Universität Basel.

Ausgerüstet mit Insektenfallen rücken die Biologen zu insgesamt 35 Gärten in und um Basel aus. Auf der Suche nach Ameisen, Spinnen, Schnecken und Tausendfüsslern. Dazu erfassen sie auch, welche Pflanzen an den einzelnen Orten vorkommen.

Legende: Video Untersuchung zu Artenvielfalt in Basler Gärten abspielen. Laufzeit 04:34 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 04.10.2018.

Je mehr verschiedene und seltene Arten sie finden, desto besser steht es tendenziell um die Gärten. Dort, wo die Hobbygärtner häufig Gift angewendet haben, sieht es meistens nicht so gut aus. Das stellt die verantwortliche Biologin der Universität Basel, Brigitte Braschler, immer wieder fest:

«Es gibt teilweise langfristige Nachwirkungen bei Pestiziden. Wenn Gärtner häufig Schneckenkörner einsetzen, gibt es nur noch sehr wenige Arten. Und dort, wo Unkrautvertilger zum Einsatz kommen, wachsen meist nur noch herbizidresistente Pflanzen.»

Förderung der Artenvielfalt

Nebst der Erfassung der verschiedenen Tier- und Pflanzenarten in den Gärten achten die Forscher auch darauf, wie gut vernetzt die einzelnen Gärten untereinander sind. Oder ob sie völlig isoliert in einer Betonwüste liegen.

Aus diesem Forschungsprojekt erhoffen sich die Biologen Erkenntnisse, wie mit einfachen Massnahmen die Artenvielfalt in den Gärten gefördert werden kann. Zum Beispiel durch das gezielte Ansiedeln von speziellen Pflanzen oder das Liegenlassen von Totholz.

Förderung von Grünräumen in der Stadt

Für Brigitte Braschler ist klar: «Es wird je länger je wichtiger, dass nicht nur Naturschutzgebiete gepflegt werden. Sondern, dass wir Grünräume auch in dicht besiedelten städtischen Gebieten fördern und wieder besser untereinander vernetzen.»

So können Gärten eine wichtige Funktion übernehmen, damit die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren in den Städten nicht abnimmt. Bis 2019 wollen die Biologen der Uni Basel ihr Forschungsprojekt abschliessen und konkrete Resultate vorlegen. Und den Hobbygärtnern Empfehlungen abgeben, wie sie ihre Gärten naturnaher gestalten können.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Das stille Sterben. Langsam, aber sicher verschwinden viele Insekten. Unbemerkt. Aber mit fatalen Folgen,für uns alle. Jede dritte Art ist gefährdet, einzelne sind bereits ausgestorben. 44 weitere Arten gelten als potenziell gefährdet. Nicht besser geht es anderen Insektenarten. Ob Bienen, Fliegen, Schnaken, Käfer, Heuschrecken oder Libellen: Die Roten Listen werden länger. Fakt ist: Ohne Insekten geht nichts. Der Mensch würde verhungern.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Es ist erschreckend wie die Natur in den letzten Jahren leiden muss. Durch Verbauung und Insektizide werden immer mehr kleine letzte Oasen für Insekten vernichtet. Grünflächen für die Erholung werden überbaut. Die Vielfalt schwindet immer mehr. Müssen wir alles vernichten? Die Natur gibt uns so viel Schönes und was tun wir? Insekten, Vögel es werden immer weniger. Private Gärten bieten immer weniger für Insekten wie Bienen, Schmetterlinge an. Immergrün und Steine muss das sein? Traurig!
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  • Kommentar von Jürgen Spielberger (Indi63)
    Anstatt verdichtet zu bauen wäre es vielleicht intelligenter ökologisch und behaglich zu bauen? Statt landwirtschaftliche Monokulturen vielleicht besser etwas lockerer verbaute Ballungsräume mit vielfältigen Grünräumen?
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Auch auf dem Land beginnt das Dichtebauen. Kaum wird ein älteres Einfamilienhaus verkauft, wird es nicht renoviert und der Garten erhalten, sondern da drängt sich ein Mehrfamilienhaus dazwischen . Das Haus steht und nur der gesetzliche Abstand von wenigen Metern zum Nachbarn wird eingehalten.
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