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Das neue Angebot für psychisch kranke Arbeitnehmer mit beachtlichem Erfolg
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 02.12.2019.
abspielen. Laufzeit 04:24 Minuten.
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Psychiatrie Baselland Neuartige Hilfe für psychisch angeschlagene Mitarbeitende

Damit die Wiedereingliederung besser funktioniert, werden Arbeitgeber involviert.

Niklas Baer beschäftigt sich bei der Psychiatrie Baselland seit 15 Jahren mit psychisch kranken Arbeitnehmenden. Eine seiner Erkenntnisse lautet: «Viele psychisch Kranke werden zu lang vom Arbeitsleben ferngehalten». Je länger die Absenz, desto geringer die Chance, wieder ins Arbeitsleben integriert zu werden, sagt Baer.

Der depressive CEO

Niklas Baer schildert den Fall eines erfolgreichen CEO: Dieser sei plötzlich an einer Depression erkrankt und habe nicht mehr arbeiten können. Ein Jahr habe er sich immer wieder auf's Neue krank schreiben lassen, obwohl er nicht mehr depressiv gewesen sei. «Der Mann hat eine derart grosse Angst entwickelt, in der Arbeitswelt wieder an einer Depression zu erkranken, dass er sich immer wieder hat krank schreiben lassen.» Als der Mann bei Baer erschien, sei es darum gegangen, ihn wieder ins Arbeitsleben zu schicken. «Es war höchste Zeit, der Mann wäre sonst sein restliches Arbeitsleben krank geschrieben geblieben.»

Arbeitgeber miteinbeziehen

Niklas Baer hat wegen seines grossen Erfahrungsschatzes auf dem Gebiet Psychiatrie und Arbeitswelt ein neues Kompetenzzentrum bei der Psychiatrie Baselland gegründet. Dieses nennt sich Work Med. Ein Hauptmerkmal von Work Med ist, dass die Anlaufstelle nicht nur dem psychisch kranken Arbeitnehmer zuhört, sondern auch dem Arbeitgeber, vorausgesetzt der Patient ist einverstanden. «Das Anhören von beiden Seiten hilft uns, eine gute Lösung für alle zu finden». Das zeigt auch das Beispiel einer Kaderfrau. Sie war acht Monate krank geschrieben wegen eines Burnouts. Sie beklagte sich, dass in ihrer Firma alles chaotisch sei, weswegen sie erschöpft zusammengebrochen sei. Auf Nachfrage beim Arbeitgeber habe dieser gesagt, man schätze die Mitarbeiterin sehr, aber sie halte sich an keine Prozessabläufe. «Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es sein kann, den Arbeitgeber miteinzubeziehen», sagt Niklas Baer.

Grosse Nachfrage

Work Med hat erst im September seinen Betrieb aufgenommen, schon ist die Stelle ziemlich ausgelastet. «Wir bauen demnächst aus. Das zeigt, dass die Verunsicherung bei den Arbeitnehmenden, den Unternehmen, aber auch bei den Versicherungen und Arbeitsämtern gross ist.»

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