Radioaktiv belastete Schulhäuser im Baselbiet

In neun Schulgebäuden im Kanton Baselland hat das Kantonslabor eine zu hohe Belastung durch das natürliche Gas Radon gemessen. Der Kanton hat die Eigentümer aufgefordert, Massnahmen einzuleiten.

Messgerät für Radonkonzentration in einer Waschküche Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das radioaktive Gas Radon findet man vor allem in Kellerräumen. Keystone

Zu viel radioaktives Radon-Gas in acht Schulhäusern und einem Kindergarten: Zu diesem Ergebnis kommt das Baselbieter Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Als Sofortmassnahme werde den Gebäudeeigentürmer empfohlen, jeden Tag mehrmals zu lüften, heisst es in einer Mitteilung der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion. Zudem sollen die Gebäude jetzt genauer untersucht und wenn nötig bauliche Massnahmen eingeleitet werden. Damit soll die Radonkonzentration gesenkt werden.
Betroffen folgende Schulen:

  • Primarschule Arlesheim
  • Margarethenschulhaus Binningen
  • Schulanlage Holde, Hölstein
  • Primarschule Loog, Münchenstein
  • Musikschule Neue Welt, Münchenstein
  • Primarschule Surbaum, Reinach
  • Primarschule, Roggenburg
  • Primarschule, Schönenbuch
  • Kindergarten Arboldswil

Kantonschemiker Peter Wenk erklärt, das radioaktive Gas sei vor allem für Kinder gefährlich. Trotzdem müssen die betroffenen Gemeinden jetzt nicht sofort handeln: «Wenn wir solch hohe Konzentrationen in einem Klassenzimmer gefunden hätten, müssten wir dieses sofort schliessen. Es handle sich jedoch um Werkräume oder Musikzimmer, in welchen man sich nicht so lange aufhalte. Insgesamt hat das Amt 207 Schulinstitutionen im Kanton Baselland untersucht.

Kein eigentliches Radongebiet

Die Messergebnisse würden auch bestätigen, dass Radon im Kanton Basel-Landschaft nur punktuell vorkomme, heisst es weiter. Das Baselbiet sei kein eigentliches Radongebiet.

Radon ist ein radioaktives Gas, das aus dem Untergrund in die Häuser eindringen kann. Dieses Gas wird mit der Luft eingeatmet und die Zerfallsprodukte von Radon können Lungenkrebs verursachen. Jugendliche benötigen einen besonderen Schutz, weil sie sich im Wachstum befinden.