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Rassismus-Debatte Basler Guggenmusik Negro Rhygass im Auge eines «Shitstorms»

Beide Seiten sollten sich beruhigen und aufeinander zugehen, findet der Basler Historiker Georg Kreis.

Mitten im Sommer wird heftig über die Basler Fasnacht diskutiert, respektive wie weit Cliquen gehen dürfen bei der Auswahl ihrer Sujets, ihrer Namen und Logos. Auslöser der teils heftigen Diskussionen ist ein Artikel der Zeitung «20 Minuten», in der sich ein Student stört ab dem Logo der Gugge. Das Logo zeigt eine schwarze Figur mit Pauke, Bastrock und einem Knochen in den Haaren.

Schwarze Figur mit Pauke
Legende: Stein des Anstosses: Die schwarze Figur im Logo der Guggemusik Negro-Rhygass Facebook/Negro Rhygass

Seit dem der Artikel erschienen ist, tobt vornehmlich in den sozialen Medien im Internet ein Meinungskampf, ob ein solches Logo in der heutigen Zeit noch gezeigt werden darf oder ob es rassistisch ist und deshalb verboten werden muss.

«Fall nicht dramatisieren»

Der Basler Historiker und ehemalige Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Georg Kreis, appelliert an die Vernunft beider Seiten. «Man darf die ganze Geschichte auf keinen Fall dramatisieren», sagt Kreis gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. «Ich finde aber, dass beide Seiten nun aufeinander zugehen und möglicherweise auch Zugeständnisse machen sollten.»

Beispielsweise könnte die Clique auf den Knochen im Logo verzichten, das als Zeichen für Menschenfresser verstanden werden kann. Ein Verbot des Logos hält Kreis jedoch für den falschen Weg.

Derweil wächst die Solidarität in der Basler Fasnachtsszene für die Gugge. Für Freitagabend wird auf Facebook sogar zu einem Solidaritätsmarsch durch Basel aufgerufen. Wäre bereits in ein paar Wochen Fasnacht, hätte mancher Schnitzelbänkler schon jetzt sein Sujet.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Jacqueline Rosset (rosseja1)
    Wenn doch nur alle, die jetzt so vehement für eine Namensänderung plädieren, sich mit ebenso viel Energie dem echten Rassismus entgegensetzen würden, wäre schon viel gewonnen. Den gibt es leider auch bei uns viel zu häufig und in allen Bevölkerungsschichten.
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  • Kommentar von Jacqueline Rosset (rosseja1)
    Wenn doch nur alle, die jetzt so vehement für eine Namensänderung plädieren, sich mit ebenso viel Energie dem echten Rassismus entgegensetzen würden, wäre schon viel gewonnen. Den gibt es leider auch bei uns viel zu häufig und in allen Bevölkerungsschichten.
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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    "Was sich liebt, das neckt sich". Sich necken, in diesem Sinn, ist ein gesundes Ventil, das Gewalt und Diskriminierung eher verhindert als fördert! Solches gibt es auch innerhalb der Schweiz (unter Autofahrern etwa den Waadtländer Spruch "Genevois, quand je te vois, je vois le diable devant moi" oder die Interpretation des Zeichens AG als "Achtung Gefahr"). Dass das z.B. unter Fussballfans nicht mehr funktioniert, macht mir weit mehr Sorgen als das Logo der Rhygass-Gugge!
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