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Beat Jans, Nationalrat und Regierungsratskandidat der Basler SP
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 28.04.2020.
abspielen. Laufzeit 09:30 Minuten.
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Regierungsratswahlen 2020 «Ich stehe politisch in der Mitte von Basel»

Die Basler SP hat am Montagabend ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Regierungsratswahl im Herbst 2020 gekürt. Die SP nominierte neben der Bisherigen Tanja Soland die beiden Parlamentarier Beat Jans und Kaspar Sutter. Das «Regionaljournal Basel» von Radio SRF lässt die beiden Kandidaten zu Wort kommen - am Dienstag Beat Jans, am Mittwoch Kaspar Sutter.

Beat Jans

Beat Jans

Regierungsratskandidat SP BS

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Beat Jans (55) sitzt seit 2010 im Nationalrat, war zuvor im Grossen Rat und präsidierte zwischen 2000 und 2005 die Basler SP. Jans ist selbständiger Berater und Dozent. Bei den eidgenössischen Wahlen 2019 wollte er für den Basler Ständeratssitz kandidieren, zog seine Kandidatur dann aber zugunsten von Eva Herzog zurück.

SRF Regionaljournal: Sie wurden am Montagabend von der Parteibasis zum Regierungsratskandidaten gekürt. Kann man eigentlich schon zur Wahl gratulieren?

Beat Jans: Nein, ich sehe mich noch nicht dort. Ich muss zuerst noch das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen, freue mich aber auf das Vertrauen, das die SP-Delegierten mir ausgesprochen haben. Ich fühle mich sehr motiviert und freue mich darauf, mein Engagement in den Dienst des Kantons zu stellen. Das letzte Wort haben aber die Wählerinnen und Wähler.

Man kann sagen, die beiden bisherigen Regierungsräte Wessels und Brutschin politisieren eher am rechten Rand der Partei. Wie sieht das bei Ihnen aus, wo stehen Sie innerhalb der SP?

Laut einem Rating der NZZ stehe ich im Nationalrat in Bern in der Mitte der SP. In Basel habe ich von der Basler Zeitung immer das linke Etikett gekriegt, wahrscheinlich weil ich mich gegen die Unternehmenssteuerreform eingesetzt habe. Wenn man aber das Stimmverhalten der Baslerinnen und Basler anschaut, lag ich mit meinen Parolen offenbar richtig. Folglich bin ich politisch gesehen in der Mitte von Basel.

Die Frage stellt sich schon: Rückt die Basler Regierung noch weiter nach links mit diesen Kandidaten, die am Montagabend nominiert wurden?

Das ist gut möglich. Ich glaube bei Umweltfragen und Klimaschutz werden wir probieren, noch stärker Akzente zu setzen. Nicht dass ich die alte Regierung kritisieren will, aber eine Mehrheit der Bevölkerung erhofft sich hier einen zusätzlichen Schub und diesen wollen wir bringen. Mir sind auch die sozialen Fragen sehr wichtig, dass zum Beispiel die Mieten zahlbar sind und die Löhne fair. Hier werden wir versuchen, unseren Anteil beizutragen.

Können Sie hierzu ein Beispiel nennen, wo es Korrekturbedarf gibt?

Die künftige Regierung wird sehr stark geprägt sein durch den Corona-Lockdown. Wir werden eine Zäsur erfahren, wie es unsere Generation noch nie gesehen hat. Ich werde mich für ein Investitionsprogramm einsetzen, bei dem der Klimaschutz im Vordergrund steht.

Sie sind seit rund 20 Jahren Parlamentarier, früher im Grossen Rat nun im Nationalrat. Als SP-Politiker sind sie häufig in der Opposition, in der Regierung geht es darum, Konsens zu finden. Gelingt ihnen dieser Rollenwechsel?

Ich hatte innerhalb der SP immer wieder die Rolle des Vermittlers, musste zum Beispiel ein Wirtschaftskonzept organisieren. 300 Leute haben hier mitgemacht, es gab verschiedene Arbeitsgruppen und es musste ein Resultat geben, bei dem alle dahinter stehen müssen. Das ist mir gelungen. Ich denke, die Dialogfähigkeit ist eine Stärke von mir.

Sie wollten im Herbst Ständerat werden, gewählt wurde aber schlussendlich Eva Herzog. Ist das Regierungsamt nun eine Art Trostpflaster?

Ich glaube nicht, dass mit die SP-Delegierten aus diesem Grund aufgestellt haben. Aber die Genderfrage war damit nicht mehr so prioritär. Unsere Partei hat gemerkt, dass wir nun eine gewisse Freiheit haben.

Wir haben seit Jahrzehnten immer dafür gesorgt, dass unsere Partei die Gleichstellung lebt.

Wir haben seit Jahrzehnten immer dafür gesorgt, dass unsere Partei die Gleichstellung lebt. Nun hat das Pendel in Richtung Männer ausgeschlagen, ein anderes Mal wird es Richtung Frauen ausschlagen. Ich glaube, wir sind als Partei hier einen Schritt weiter und dies ist ein Erfolg.

Man geht innerhalb ihrer Partei davon aus, dass sie das Department für Wirtschaft, Soziales und Umwelt WSU von Christoph Brutschin übernehmen. Sie sind Umweltwissenschaftler, von dem her würde das gut passen. Ist das WSU ihr Wunschdepartment?

Ja, das ist mein Wunschdepartement. Es ist aber natürlich klar, dass es innerhalb der Regierung kein Wunschkonzert gibt. Du musst nehmen, was die anderen mir zutrauen. Ich hoffe sehr, dass die Anderen meine Qualitäten hier erkennen.

Das Gespräch führte Patrick Künzle.

Regionaljournal Basel 17:30 Uhr;

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