Regionale Energieversorger sind unter Druck

Der Stromkonzern Elektra Birseck Münchenstein (EBM) baut 80 Stellen ab - die Hälfte durch Kündigungen. Als Grund für den Stellenabbau nennt EBM den Wettbewerbsdruck. Auch die Elektra Baselland (EBL) und die Industriellen Werke Basel (IWB) müssen Geld sparen.

Hauptsitz der Elektra Birseck in Münchenstein Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Elektra Birseck baut insgesamt 80 Stellen ab. zVg

Die Elektra Birseck hat 40 Mitarbeitern gekündigt. Nach Angaben des Unternehmens hätten 20 der gekündigten Mitarbeiter eine konkrete Aussicht auf einen neuen Job ausserhalb des Konzerns, 20 gekündigte Mitarbeiter hätten bislang keine Aussicht auf eine neue Anstellung. 40 weitere Stellen baut die EBM ab, indem sie in den kommenden drei Jahren die Abgänge nicht kompensiert - und einzelne Mitarbeiter pensioniert werden.

Den Stellenabbau begründet Elektra Birseck mit dem «zunehmenden Wettbewerbsdruck», ausgelöst durch die Liberalisierung des Strommarktes für Grosskunden. Hinzu komme die «allgemein schwierige Wirtschaftslage». Dies belaste das Stromgeschäft. «Das Geld fliesst nicht mehr, wir müssen uns dem Wettbewerb beugen», sagt Alex Kummer, Verwaltungsratspräsident der EBM, gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF.

Der Gewinn sei in den vergangenen zwei Jahren um 50 Millionen Franken zurückgegangen. CEO Conrad Ammen sagt, dass die EBM goldene Zeiten erlebt habe und in diesen Zeiten gewachsen sei. «Nun aber müssen wir genau überprüfen, welche Stellen wir wirklich brauchen und welche nicht.» Dass die Strompreise derart tief sinken, das habe er nicht kommen sehen.

Alle regionalen Anbieter wollen schlanker werden

Auch die Elektra Baselland (EBL) und die Industriellen Werke Basel (IWB) spüren den rauen Wind in der Branche. Urs Steiner, CEO der EBL: «Wir überprüfen all unsere Prozesse sehr genau und wollen effizienter werden.» Zwar gebe es bei der EBL keine Entlassungen, aber die Angestellten müssten mehr leisten, um die geforderte Effizienz erbringen zu können. «Auch bei uns sind die Margen eingebrochen.» Die EBL sei jedoch weniger stark betroffen, da sie weniger Grosskunden habe. Bisher ist der Strommarkt erst für Grosskunden liberalisiert.

Die IWB wollen ebenfalls keine Kündigungen aussprechen, jedoch den Personalbestand bis Ende 2014 um zwei Prozent reduzieren. Dies sei notwendig, um im Wettbewerb mithalten zu können. «Das Marktumfeld und die Rahmenbedingungen werden anspruchsvoller», so die IWB.