Basler Spitalturm Rekurs-Verzicht des Heimatschutzes freut Unispital

Der Basler Heimatschutz zieht das Urteil des Basler Appellationsgerichts nicht an das Bundesgericht weiter. Das Unispital ist erfreut und will jetzt das Projekt vorantreiben. Dabei sei die Höhe von 60 Metern noch nicht in Stein gemeisselt.

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Bildlegende: Der Spitalturm soll 60 Meter hoch werden. (Visualisierung) zVg

Dem geplanten Spitalturm am Petersgraben steht nichts mehr im Weg. Der Basler Heimatschutz verzichtet darauf, das Urteil vom Basler Appellationsgericht an das Bundesgericht weiter zu ziehen. «Wir haben juristisch keine Chance», sagt Christof Wamister, Obmann des Basler Heimatschutzes.

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Der Spitalturm

Architekten: Giuliani-Hönger
Höhe: 60 Meter
Nutzfläche: 39'000 m2
Kosten: rund 900 Millionen Fr.
Baubeginn: ca. 2020
Inbetriebnahme: ca. 2030

Der Spitalturm soll rund 60 Meter hoch werden und das veraltete Klinikum 2 aus den 1970er Jahren ablösen. Der Grosse Rat hiess den Neubau mit grossem Mehr gut. Er gewichtete gesundheitspolitische Argumente höher als den Schutz der historischen Stadtsilhouette.

Für den Heimatschutz kommt der Turm jedoch zu nahe an die Predigerkirche und die Basler Altstadt zu stehen. Die Einsprache wurde jedoch vom Basler Appellationsgericht im letzten Herbst abgelehnt. Dieses begründete sein Urteil unter anderem damit, dass die Kritik wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs zu spät eingebracht worden sei.

Der Heimatschutz ist jetzt nach reiflicher Überlegung zum Schluss gekommen, auf einen Weiterzug ans Bundesgericht zu verzichten. Ein Weiterzug hätte juristisch keine Chance, sagt Christof Wamister, Obmann des Basler Heimatschutzes, gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Der Verzicht sei mit dem Schweizer Heimatschutz abgesprochen.

Den Gang vor Gericht hatte der Basler Heimatschutz zusammen mit der freiwilligen Denkmalpflege einem Referendum vorgezogen, weil das Projekt politisch wenig umstritten war. Bei künftigen Hochhaus-Projekten nahe der Altstadt werde der Heimatschutz wohl eher auf den politischen Weg setzen und versuchen, die Bevölkerung zu mobilisieren, sagt Obmann Wamister.

Höhe nicht in Stein gemeisselt

Das Basler Unispital zeigt sich erfreut über den Entscheid des Heimatschutzes. Da jetzt ein rechtskräftiger Bebauungsplan vorliege, könne die Baueingabe vorangetrieben werden, sagt Spital-Sprecher Martin Jordan. Vor dem Hintergrund der inzwischen geplanten gemeinsamen Spitalplanung mit dem Kantonsspital Baselland sei jedoch offen, ob das Projekt so gebaut werde, wie es jetzt vorliegt: «Die Maximalhöhe von 60 Metern ist nicht in Stein gemeisselt», so Jordan, der jedoch keine falschen Hoffnungen wecken will: «Wir gehen allerdings davon aus, dass wir letztlich dieses Volumen brauchen werden.»

(Regionaljournal Basel, 17:30)