Falsche Hoffnungen Revue Thommen kehrt nicht ins Waldenburgertal zurück

Bis zu hundert Stellen werde sie in den nächsten Jahren im Tal schaffen. Das kündete die Firma Revue Thommen vor zwei Jahren an. Diese Pläne haben sich mittlerweile zerschlagen und auch weitere Unternehmen haben das Waldenburgertal verlassen.

Das Waldenburgertal hat schon bessere wirtschaftliche Zeiten gesehen. Das Tal stand einst für Uhrenindustrie, Feinmechanik und Medizinaltechnik. Doch das ist Vergangenheit. In den letzten Jahren machte ein Unternehmen nach dem anderen dicht. Jeder fünfte Arbeitsplatz im Industriesektor ging in den letzten zehn Jahren verloren.

Beschäftigte im Industriesektor Kanton Baselland Statistisches Amt

Beschäftigte im Industriesektor im Bezirk Waldenburg Statistisches Amt

Umso grösser war deshalb die Freude, als vor zwei Jahren der Unternehmer Roland Buser ankündete, er wolle die Uhren-Firma Revue Thommen zurück zu den Wurzeln bringen. Bis zu 100 Arbeitsplätze würden innert 5 bis 6 Jahren entstehen. Er stelle sich eine Produktion von anfänglich 4000 Uhren vor, die bis auf 120'000 Stück anwachsen werde.

Skepsis bewahrheitet

Bereits damals skeptisch zeigte sich Waldenburgs Gemeindepräsidentin Andrea Kaufmann. Sie glaube erst daran, wenn sie das mit eigenen Augen sehe, sagte sie. Und sie behielt bis jetzt recht: Die Uhren von Revue Thommen werden nach wie vor anderswo produziert, neue Arbeitsplätze sind im Tal keine entstanden.

Roland Buser, der die Rückkehr nach Waldenburg damals ankündete, sei mittlerweile kein Lizenznehmer mehr, sagt der Verwaltungsratspräsident von Revue Thommen, Andreas Thommen. Die Pläne hätten sich zerschlagen, nachdem der Markt in China zusammengebrochen sei. Konkrete Pläne, ins Waldenburgertal zurückzukehren gebe es nicht, sagt Thommen. Aber die Hoffnung ganz zerschlagen, will er nicht: «Die Idee existiert immer noch. Aber falls wir zurückkehren, dann auf einem viel kleineren Niveau.»