Roggenburger interessieren sich nicht für die Baselbieter Wahlen

Die Laufentaler Gemeinde hatte am Wochenende die tiefste Wahlbeteiligung im Kanton. Bloss 15 Prozent der Stimmberechtigten gingen an die Urne.

Das Gebäude der Gemeindeverwaltung von Roggenburg in Gesamtansicht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auf der Gemeindeverwaltung von Roggenburg trafen nur 30 Wahlzettel ein. Paul Menz

238 Frauen und Männer sind in Roggenburg stimmberechtigt - nur 30 von ihnen gaben am Wochenende einem der zwei Regierungratskandidaten ihre Stimme. Die restlichen Bewohner der Laufentaler Ortschaft interessierten sich offensichtlich nicht für den Urnengang.

Peter Hufschmid, Gemeindepräsident von Roggenburg, vermutet, dass verschiedene Faktoren zu dieser Politverdrossenheit geführt haben. Die Leute seien vermutlich müde nach den vielen Wahlkämpfen in diesem Jahr. Hinzu komme, dass sich die Roggenburger möglicherweise nicht so stark für die kantonale Politik interessierten, weil das Dorf geographisch am weitesten entfernt von Liestal liegt. «Wir sind stärker nach Laufen orientiert», so Hufschmid gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF.

Schliessung von Amtsstellen

Roggenburg war am Wochenende nicht die einzige Laufentaler Gemeinde mit einer niedrigen Wahlbeteiligung. Im ganzen Bezirk zeigte sich ein ähnliches Desinteresse an den Wahlen. «Möglicherweise spielt es eine Rolle, dass sich das Laufental unterberücksichtigt fühlt in Liestal», sagt Peter Hufschmid - und meint damit den Abbau des Service Public im Bezirk. Der Kanton schloss in den letzten Monaten nämlich zwei Amtsstellen im Laufental.