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Schlechte Bedingungen Basler Staatsarchiv kämpft mit dem Klima

Die Temperaturschwankungen in den Magazinen betragen zwischen Sommer und Winter bis zu 10 Grad. Das schadet dem Archivgut.

Das Basler Staatsarchiv wurde 1899 gebaut. Es ist damit das älteste Archivgebäude der Schweiz. Erstellt wurde es ursprünglich für 3,8 Laufkilometer Akten - heute archiviert das Staatsarchiv die sechsfache Menge. Logische Folge: Es platzt aus allen Nähten.

Aus diesem Grund muss das Basler Staatsarchiv laufend neue externe Räume dazumieten. Mittlerweile sind es vier solche zusätzlichen Magazine. Das Problem: Diese Räume wurden nicht als Magazine konzipiert. Das bedeutet, dass sie beispielsweise die feuerpolizeilichen Anforderungen an einen Archivraum nicht erfüllen. Oder dass sie grosse Fenster haben, was zu Temperaturschwankungen im Raum führt. Solche Temperaturschwankungen aber sind schlecht für das Archivgut.

Ein Wasserschaden

In einem dieser externen Magazine kam es Anfang September zu einem Wasserschaden. Eine Wasserleitung war defekt. In Dutzende Archivschachteln drang Feuchtigkeit ein. Zahlreiche Glasplatten- und Filmnegative aus dem frühen 20. Jahrhundert wurden beschädigt. Staatsarchivarin Esther Baur sagt: «In diesen Aussenlagern ist das Risiko, dass etwas passiert, das wir nicht kontrollieren können, sehr hoch.»

Aber auch im Staatsarchiv selber ist das Archivgut nicht ausreichend geschützt. Der Grund: Im Grossteil des Baus gibt es keine Klimaanlagen. Nur in den zwei Stockwerken, die nachträglich in den 1960er-Jahren gebaut wurden, herrschten «akzeptable klimatische Bedingungen», sagt die Staatsarchivarin. «Langfristig gesehen muss man sich Sorgen machen ums Archivgut, wenn wir nicht Gegensteuer geben.»

Hoffen auf einen Neubau

Gegensteuer, das heisst für sie: Es braucht einen Neubau fürs Staatsarchiv. Ein solcher ist in Basel geplant. Das Staatsarchiv soll sich mit dem Naturhistorischen Museum ein neues Gebäude im St. Johann teilen. Kostenpunkt: gut 200 Millionen Franken. Demnächst befindet der Grosse Rat über dieses Projekt. Für die Staatsarchivarin ist klar: «Dieser Neubau ist für uns existenziell. Jede andere Lösung kommt teurer, ohne den Nutzen zu bringen, der nötig ist für die Sicherung des Archivguts.»

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