Seit 100 Jahren verbindet der Hauenstein-Basistunnel Nord und Süd

Jeden Tag fahren über 400 Züge durch den Hauenstein-Basistunnel zwischen Tecknau im Baselbiet und Trimbach in Solothurn. Es ist einer der wichtigsten Bahntunnel der Schweiz. Die Eröffnung vor 100 Jahren wurde jedoch nicht gefeiert.

Ein Zug der SBB fährt aus einem Tunnel. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seit dem Jahr 1916 donnern Züge durch den Hauenstein-Basistunnel. Heute sind es über 400 Züge pro Tag. SRF

Als wäre nichts geschehen wurde im Jahr 1916 der Betrieb des Hauenstein-Basistunnels aufgenommen. Nach vier Jahren Bauzeit verkehrte einfach der erste Zug gemäss Fahrplan. Es gab keine Sonderfahrt und kein Fest. Die Eröffnung fiel mitten in den 1. Weltkrieg, sagt der Hobby-Historiker Urs Ramseier. Deshalb sei auf ein Fest verzichtet worden. «Wer hätte auch feiern sollen? Die meisten Männer waren im Militärdienst», sagt Ramseier. Der Bau des Tunnels hatte noch vor dem 1. Weltkrieg begonnen. Der Spatenstich fand am 31. Januar 1912 statt.

Die alte Hauenstein-Strecke war zu steil

Ein wichtiger Tag war es trotzdem. Der neue Tunnel zwischen Tecknau und Trimbach brachte grosse Erleichterungen für den Nord-Süd-Bahnverkehr in der Schweiz. Bis 1916 mussten die Züge durch den alten Hauenstein-Tunnel zwischen Trimbach und Läufelfingen fahren. Dieser war 1858 als erster Jura-Durchstich der Bahn überhaupt in Betrieb gegangen.

Die Strecke durch den alten Hauenstein-Tunnel weist jedoch Steigungen ähnlich jenen der Gotthardlinie auf. Als die Züge immer länger und schwerer wurden, machte das den Betrieb umständlich. Den Güterzügen mussten zusätzliche Vorspann- und Schiebelokomotiven angehängt werden, erklärt Ramseier. Mit dem neuen Hauenstein-Basistunnel wurden diese Rangiermanöver überflüssig.