Slapstick und Chorgesang von Christoph Marthaler

Das Stück «Das Weisse vom Ei» erlebte am Wochenende seine Uraufführung im Theater Basel. Es wurde herzhaft über Nichtigkeiten gelacht - mehr verspricht der Titel ja auch nicht.

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Bildlegende: Slapstick und Chorgesang: «Das Weisse vom Ei» von Christoph Marthaler. Simon Hallström

«Das Weisse vom Ei (une île flottante)» lautet die vollständige Bezeichnung des zweisprachigen Stücks. «Ile flottante» ist ein Dessert, dessen Hauptbestandteil ein Nocken aus geschlagenem Eiweiss ist. Diese luftige Insel schwimmt auf einer Vanillesosse, die man bekanntlich mit dem Gelben vom Ei macht.

Übertragen auf das Stück könnte man sagen: Der Inhalt (Eiweiss) ist nichtig, das Wesentliche (Eigelb) steckt in der Garnitur, also der Inszenierung. Die Handlung basiert locker auf Eugène Labiches Komödie «La poudre aux yeux» (1861) und dreht sich um die Zusammenführung zweier junger Verliebter durch ihre Eltern. Angereichert hat sie Marthaler mit seinen bekannten Zutaten: Slapstick, Anachronismen, gekünstelte Darstellung, irre Verrenkungen, Grimassen und Gesang, diesmal allerdings erst spät. Dazu kommen wie immer Wiederholung, Leerlauf, Zeitlupe und Stillstand.