Gleichstellung SP fordert Frauen in Basler Zünften und Ehrengesellschaften

Mit einer brisanten Forderung mischt die Sozialdemokratische Partei (SP) den Bürgergemeindrats-Wahlkampf auf. Frauen sollten vermehrt Zugang zu den Zünften und Ehrengesellschaften erhalten. Die Bürgergemeinde als Aufsichtsorgan müsse dies durchsetzen.

Man sieht die drei Fahnen der 3 Ehrengesellschaften und eine Frau, die aus dem Fenster zuschaut. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nur als Zuschauerinnen willkommen. Die Kleinbasler 3E sind eine Männergesellschaft. Juri Weiss

Nur drei der 30 Basler Zünfte und Ehrengesellschaften haben bislang Frauen aufgenommen. Die anderen sind reine Männervereine. Daran stört sich die SP und nutzt den Bürgergemeindrats-Wahlkampf, um auch in diesem Bereich Gleichberechtigung einzufordern.

Die Bürgergemeinde als Aufsichtsorgan über die Zünfte und Ehrengesellschaften müsse dafür sorgen, dass alle Zünfte künftig Frauen aufnehmen. Seit die «bz-Basel» in ihrer heutigen Ausgabe über diese Forderung berichtet hat, erhält der sonst eher langweilige Wahlkampf etwas an Brisanz.

Die Zünfte hätten in Basel-Stadt noch immer eine wichtige soziale Aufgabe und bildeten ein nicht zu unterschätzendes Netzwerk, sagt SP-Grossrätin Sarah Wyss. «In der heutigen Zeit geht es nicht mehr an, dass Frauen aus den Zünften ausgeschlossen werden», sagt Wyss. Es gehe nicht darum, dass man den Zunftbrüdern etwas wegnehmen wolle, sondern dass diese sich selber überlegen, ob sie nicht einen Schritt in die Zukunft machen wollen.

Ueli Vischer, Meister der Schlüssel-Zunft und ehemaliger Basler Regierungsrat, steht diesem Anliegen skeptisch gegenüber. Er glaubt nicht, dass es Aufgabe der Bürgergemeinde sei, die Aufnahme von Frauen in Zünften zu fördern. In der Zunftordnung der Bürgergemeinde ist die Frauenbeteiligung mit einer Kann-Formulierung vorgesehen.