Spielerisch an der Schuldenfalle vorbei

Ein neues digitales Lernspiel soll die Jugendlichen lehren, mit Geld umzugehen. «FinanceMission Heroes» wurde von Lehrerverbänden und den Kantonalbanken entwickelt und am Mittwoch in Basel vorgestellt.

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Bildlegende: Wollen den Jugendlichen den Umgang mit dem Geld lehren: die FinanceMission Heroes. zVg

Julia Hunziker aus Basel schaut gebannt auf ein Tablett. Sie kämpft mit ihrer Figur gegen Roboter, die eine Bank geplündert haben. Gewinnt sie einen Kampf gegen einen Roboter, bekommt sie Goldmünzen. «Damit kann ich mir neue Schutzkleider oder Waffen kaufen», sagt die 15-jährige Baslerin. Sie muss aber haushälterisch mit dem Geld umgehen: Im nächsten Level lauern noch stärkere Roboter und um gegen diese zu bestehen, braucht Julia vielleicht zusätzliche Rüstung: «Man lernt, sich das Geld einzuteilen.»

«FinanceMission Heroes» soll den verantwortungsbewussten Umgang mit Geld auf kurzweilige Art und Weise vermitteln. Die Schülerinnen und Schüler schlüpfen während des Spielens in die Rolle von Superhelden und müssen eine fiktive Stadt von Robotern befreien. Dabei gilt es, geeignete Finanzierungsstrategien für Ausrüstungsgegenstände zu wählen und richtig zu budgetieren. Das Spiel kann als App für Smartphones und Tablets sowie für Computer gratis heruntergeladen werden.

Viele Jugendliche wachsen mit Schulden auf

Entwickelt wurde das Spiel vom neu gegründeten Verein FinanceMission, der von Lehrer-Organisationen und Kantonalbanken getragen wird. Letztere tragen auch die Kosten für das Projekt in der Höhe vom mehreren Millionen Franken. Es sei im Interesse der Banken, dass Kunden Selbstverantwortung übernehmen können.

27 Prozent der 18- bis 24-Jährigen in der Schweiz leben gemäss dem Bundesamt für Statistik in einem Haushalt mit Zahlungsrückständen. Mit Kontoüberziehungen, Fahrzeug-Leasing oder offene Verbindlichkeiten gegenüber Familie und Freunden sind es über 50 Prozent. Studien zeigten auch, dass mehr als die Hälfte der Sekundar-Schülerinnen und Schüler finanzielle Angelegenheiten als kompliziert und verwirrend wahrnehmen.