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Sport auf dem Rhein Künstliche Welle soll Surfer nach Basel locken

Blick auf den Rhein mit einem Schiff und der Surfwelle
Legende: Die Surfwelle soll auf der Grossbasler Seite des Rheins installiert werden. ZVG, Chrstian Müller

Zwölf Meter breit und einen Meter hoch soll die geplante stehende Welle werden. Gebaut werden soll sie vor dem Grossbasler Rheinufer im St. Johann-Quartier, schräg gegenüber der Kaserne. Mit diesen Massen ist sie grösser als bisherige Anlagen mit künstlichen Wellen zum Surfen, zum Beispiel eine in einem Becken bei der Zürcher Hardbrücke.

In einem Fluss sei eine regulierbare stehende Welle quasi auf Knopfdruck zudem neu, sagt Initiant Christian Müller. Er spricht gar von einer «Weltpremiere». Als Vorbild nennt er eine Anlage in einem See beim deutschen Langenfeld unweit von Köln, von der auch Profisurfer begeistert seien.

Projekt touristisch reizvoll

In Basel soll die Pumpe in einem Floss verpackt sein, das im Rhein verankert wird - ohne Steg zum Ufer. Laut Müller haben diverse Vorgespräche zur Standortwahl geführt, auch mit der Rheinpolizei und einer Wasserbaufirma. Während der geplanten Betriebszeiten von 10 bis 22 Uhr sollen zwei Angestellte für einen sicheren Betrieb sorgen.

Die Investition für die Wellenanlage wird auf rund 1,7 Millionen Franken beziffert; dazu kommen Personal und Stromverbrauch. So wird Wellenreiten auch in Basel nicht gratis sein, sondern rund 45 Franken pro Stunde kosten; die Sponsorensuche läuft. In Köln kostet die Surfstunde 34 Euro, in Zürich 57 Franken die Dreiviertelstunde.

Dennoch erwartet Müller einiges Interesse, sei doch jede Reise ans Meer deutlich teurer und zeitaufwändiger. Auch für Surfer aus dem Ausland sei Basel daher attraktiv; das Projekt also touristisch reizvoll. Anwohnerinnen und Anwohner müssten dennoch keinen lärmigen Grossandrang befürchten: Pro Stunde fänden nur etwa zehn Surfer auf der Welle Platz, und man komme problemlos mit dem öffentlichen Verkehr hin.

Kaum Widerstand, trotz Einsprache

Im laufenden Jahr soll «Basel WAVE» am 20. Juli loslegen und bis 13. August ankern, sofern die Bewilligung rechtzeitig eintrifft. Für die 40-Tonnen-Anlage mit zehn Tagen Aufbauzeit ist eine Rheinallmend-Bewilligung bis 2022 jeweils von Mitte Juni bis Mitte August beantragt.

Angesichts des laufenden Bewilligungsverfahrens äussert sich das baselstädtische Sportamt auf Anfrage vorsichtig positiv zum Projekt: Man begrüsse private Initiative für Sportangebote; kommerzielle Anbieter dürften jedoch das kostenlose Angebot nicht verunmöglichen, hier namentlich das beliebte Schwimmen im Rhein.

Widerstand gibt es bereits einen Tag nach der Ankündigung der Wellen-Pläne. So wollen die Wasserfahrer eine Einsprache machen, kündigt André Rotach vom Rhein Club Basel an. «Uns passt der Ort nicht, wo das Floss hinkommen soll», sagt er. Die Einsprache sei nur vorsorglich zu verstehen, damit man mitreden könne. «Zusammen finden wir bestimmt eine Lösung.»

Nichts gegen das Wellenfloss einzuwenden haben die Fischer, wie der Präsident des kantonalen Fischereiverbandes sagt. Und auch die Basler Personenschifffahrtsgesellschaft lässt ausrichten, das Floss störe nicht. Leicht skeptisch zeigt sich der Basler Heimatschutz. Da das Floss aber nicht permanent auf dem Rhein sei, wolle man nicht als «Spassbremse» wirken und sehen keinen Grund, dagegen vorzugehen.

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