Sportgast Jaccottet: «Freude über Gratulationen der Trainer»

Er gehört in der Schweizer Fussball Super League zu den hoffnungsvollsten Schiedrichter: der 30 jährige Basler Adrien Jaccottet. Wohnhaft mitten in der Grossbasler Altstadt hat er eine – wie er selbst gesteht – verrückte Woche hinter sich mit Spielen im Schweizer Cup und Saudi Arabien.

Jaccottet zwischen zwei Spielern mit gelber Karte in der Hand Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schiedsrichter Adrien Jaccottet während eines Spiels. Keystone

Am letzten Sonntag leitete er in Bern den Spitzenkampf Young Boys gegen den Grasshopper Club, am Mittwoch den Cuphalbfinal Zürich gegen Thun und knapp 48 Stunden später, am Freitagabend, eine wichtige Partie in Saudi Arabien.

Wie bringt der junge Familienvater und Advokat all dies unter einen Hut? «Die Arbeit in der Anwaltskanzlei habe ich zugunsten des Fussballs aufgegeben und habe in einer Bank eine 30prozentige Beraterstelle übernommen.» Auf die Frage, ob er denn jetzt Profischiedsrichter sei, meint Jaccottet: «Nein, ich bin hauptberuflich Schiedsrichter», äussert er sich «juristisch» fundiert.

«Diese neue Situation gibt mir die Möglichkeit, mich auf die Spiele besser vorzubereiten und auch Angebote – wie der Kurztrip nach Saudiarabien – problemlos anzunehmen. Solche aussergewöhnlichen Einsätze vermitteln neue Erfahrungen. Obwohl das Honorar sekundär ist», stellt Jaccottet schmunzelnd fest: «Der Verdienst war schon höher als in der Super League…» Zahlen wollte er aber dazu keine liefern. Doch das ganze Engagement für das Schiedsrichtertrio (Flug, Unterkunft und Spesen) kostete dem saudiarabischen Verband doch die «Kleinigkeit» von 20‘000 bis 30‘000 Franken.

Ärger über folgenschwere Fehler?

Wie reagiert er, wenn sein Trio – wie bei YB-GC – folgenschwere Fehler macht? «Am meisten ärgern wir uns Schiedsrichter, wenn das passiert. Das kann uns dann schon einige Tage verfolgen. Doch es gilt, die Fehler zu analysieren und sie das nächste Mal nicht mehr mehr zu machen.»

Lob gibt’s auch immer wieder. «Am letzten Mittwoch hat uns sogar der Trainer der unterlegenen Mannschaft, Urs Fischer, zu unserer Leistung gratuliert. Solche Gesten freuen uns sehr.» Zum Spielunterbruch der Europa League Partie Salzburg – FC Basel möchte sich Jaccottet nich gross äussern. Er weist einfach daraufhin, dass die UEFA für solche Zwischenfälle einen Massnahmenkatalog hat. Und dementsprechend muss ein Schiedsrichter handeln.

Der Traum von der Champions League

Als erst 30jähriger gehört er zur jungen Garde der Schweizer Spitzenschiedsrichter und hat noch viele Ziele vor sich. Er unterscheidet aber zwischen Zielen und Wünschen. «Als Ziel habe ich vor, mich in der Super League durch gute Leistungen zu bewähren. Und als Wunsch? Ja da höre ich gern die Hymne der Champions League. Und sie als Schiedsrichter mal geniessen zu dürfen, davon träume ich schon.»