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Sportgast Max Gerbl im Interview
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 05.01.2020.
abspielen. Laufzeit 06:38 Minuten.
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Sportgast Max Gerbl Glücksgefühle und schlaflose Nächte als Handball-Profi

Max Gerbl spielt mit Kadetten Schaffhausen in der Champions League. Und ab Freitag mit der Schweizer Nati an der EM. Ein Leben zwischen Glücksgefühlen und schlaflosen Nächten.

Mit 11 Jahren kommt Max Gerbl von München nach Basel und spielt Handball beim TV Birsfelden. 13 Jahre später misst er sich mit den Besten der Welt: mit Kadetten Schaffhausen in der Champions League, mit der Schweizer Nati ab kommendem Freitag an der Europameisterschaft in Schweden.

Max Gerbl, am Freitag spielen Sie zum EM-Auftakt gegen Schweden. Vor 12'000 Zuschauerinnen und Zuschauer wird die Schweizer Nationalhymne ertönen. Was löst dieser Gedanke in Ihnen aus?

Es wird auf jeden Fall Gänsehaut sein. Ich freue mich jetzt schon riesig darauf. Das wird eines der grössten Spiele meiner Karriere. Es ist ein Kindheitstraum, der in Erfüllung geht.

Es ist das erste Mal seit 14 Jahren, dass die Schweiz an einer EM teilnimmt. Wie schätzen Sie die sportlichen Chancen ein?

Das ist schwierig zu sagen. Wir spielen gegen drei grosse Handball-Nationen (Schweden, Polen und Slowenien, Anm. d. Red.). Wir werden an jedem Spiel an unsere Grenzen gehen. Wir sind Aussenseiter, müssen uns aber nicht verstecken. Und peilen die Hauptrunde an.

Bild Gerbl
Legende: Max Gerbl Der 24-jährige Basler misst sich an der EM mit den besten Handballern der Welt. zVg

Mit 11 Jahren begannen Sie beim TV Birsfelden. Jetzt spielen Sie mit 24 gegen die besten Spieler der Welt. Das hört sich gut an, oder?

(lacht). Das ist ein schöner Entwicklungsweg. Ich hatte in Birsfelden grosse Förderer, die mich voran gebracht haben. Ich hätte aber nie gedacht, dass meine Karriere so verläuft. Als ich jung war, gab ich bei Telebasel ein Interview und wurde nach meinen Zielen und Träumen gefragt. Ich sagte, dass ich eines Tages in der Champions League und in der Nationalmannschaft spielen möchte. Damals haben alle - auch meine Mitspieler - ein bisschen darüber gelacht. Und ich musste mir einige Sprüche anhören. Jetzt konnte ich das Ganze besätigen. Ich bin froh, dass es so gekommen ist.

Sie sind jetzt auch Handball-Profi. Wie lebt es sich als Handball-Profi?

Es lebt sich auf jeden Fall nicht so gut wie als Fussballer. Aber es macht extrem viel Spass. Die Nähe ist vor allem anders. Man kennt die Zuschauer in der Halle persönlich und kann vor und nach dem Spiel mit ihnen sprechen. Ich geniesse diese Bodenständigkeit. Handball-Profi muss man sich als ganz normalen Beruf vorstellen. Wir verdienen nicht überdurchschnittlich, sondern wie jeder Normalbürger auch.

Das heisst, Sie sind auch nicht jeden Tag motiviert, um aufzustehen?

(lacht). Am schlimmsten ist es, wenn du am Tag vorher zwei Mal Training hast. Dann stehst du auf, machst die ersten zwei Schritte aus dem Bett, die Füsse knacksen, die Knie lösen sich, der Rücken knackst auch noch. Und trotzdem musst du fünf Stunden in die Halle, bei zwei Trainings sogar sieben bis acht Stunden.

Als Lohn gibt es grosse Spiele vor über 10'000 Zuschauerinnen und Zuschauern und viel Adrenalin. Was löst das im Kopf und im Körper eines 24-Jährigen aus?

Nach jedem Spiel gibt es schlaflose Nächte, weil das Adrenalin zu hoch ist. Es sind aber natürlich Erfahrungen, die unbeschreiblich sind. Vor einem Freundschaftsspiel in Deutschland waren bereits vor Spielbeginn 13'000 Zuschauer in der Halle. Die Halle war so voll, wie es in der Schweiz nie möglich wäre. Solche Spiele lösen unglaubliche Emotionen und Glücksgefühle aus. Es gibt aber natürlich auch eine Kehrseite. Wenn ich so wenig Freizeit habe, frage ich mich manchmal auch «Warum tust du dir das an?»,«Warum schindest du deinen Körper?» oder «Warum machst du nicht einfach einen normalen Beruf?»

Hört sich aber so an, als würden Sie noch länger spielen wollen.

Auf jeden Fall. Ich habe meinen Vertrag bei Schaffhausen um zwei Jahre verlängert. Ich geniesse es, Handballer zu sein. Und möchte es auch gerne noch zehn Jahre weiter machen.

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