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Leistungsdiagnostiker Michael Müller im Interview
abspielen. Laufzeit 07:11 Minuten.
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Sportgast Michael Müller Ein Basler schleift den FC Luzern

Michael Müller arbeitet seit diesem Sommer für den FC Luzern. Am Sonntag spielt er erstmals gegen «seinen» FC Basel.

Dreieinhalb Jahre schuftete Michael Müller für den FC Basel. Zuerst als Leistungsdiagnostiker, dann als Leiter Fitness. Seit diesem Sommer steht er beim FC Luzern unter Vertrag. Ausserhalb des Fussballs versucht der 37-jährige Basler Alex Wilson, den schnellsten Schweizer Sprinter, zu Bestleistungen zu treiben.

Michael Müller, am Sonntag spielen Sie erstmals gegen den FC Basel. Wie hört sich das an?

Das ist sehr speziell. Ich war als Kind lange Fan des FCB. Er ist meine Heimat. Jetzt bin ich aber bei einem anderen Klub angestellt und versuche diesem nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen, um möglichst viele Punkte in der Liga einzufahren.

Sie haben mit Urs Fischer, Raphael Wicky und Marcel Koller gearbeitet und mussten dann gehen. Wie haben Sie die Situation erlebt?

Es gab viele Wechsel in sehr kurzer Zeit. Irgendwann wollte man in dieser Situation auch im konditionellen Bereich eine Änderung. Und so ging für mich diese Zeit zu Ende und ein neues Kapitel öffnete sich.

Was hat die Entlassung menschlich mit Ihnen gemacht? Begannen Sie, an Ihrem Konzept der Leistungsdiagnostik zu zweifeln?

Zweifel begleiten mich jeden Tag. Wie mich aber auch Staunen täglich begleitet. Über diese beiden Aktionen möchte ich einen offenen Horizont haben und weiterkommen im Leben. Wenn etwas zu Ende geht, tritt der Zweifel sicherlich kurz in den Vordergrund. Aber es wirft einen

nicht total aus der Bahn.

Nun sind sie beim FC Luzern, einem Klub in der Innerschweiz, mit kleinerem Budget. Wie hat sich Ihre Arbeit verändert?

Die Aufgaben sind ein bisschen anders, weil wir den Staff anders zusammengesetzt haben. Und wir haben eine andere Ausgangslage mit dem Spielplan. Sonst haben wir aber die gleichen Instrumente wie beim FC Basel.

Was machen Sie konkret als Leistungsdiagnostiker?

Es geht darum, mit Hilfe von Leistungstest und Zahlen zu quantifizieren, was ein Sportler in seiner Sportart leisten muss. Jede Sportart hat ihre eigenen Anforderungen, was die Kraft, die Ausdauer, die Schnelligkeit oder die Beweglichkeit betrifft. Diese Anforderungen versuchen wir abzubilden und zu messen. Und dann versuchen wir eine Aussage zu treffen, ob ein Sportler diese Werte erreicht oder ob wir gezielt in einem Bereich trainieren müssen.

Sie arbeiten aber auch mit Alex Wilson, der gerade an der Leichtathletik-WM in Doha weilt. Wie unterscheidet sich die Arbeit im Fussball von der in der Leichtathletik?

Die Anforderungen sind ganz unterschiedlich. Ein Fussballer muss neben der Schnelligkeit auch eine gute Ausdauer haben und gut am Ball sein. Der Sprinter hat es auf den ersten Blick einfacher, weil er «nur» geradeaus rennen muss und ihn niemand stört. Er muss dies allerdings am absoluten Maximum der menschlichen Leistungsfähigkeit tun. Und dadurch sind die Trainingsinhalte, der Wochenplan oder der Lebensstil eines Fussballers ganz anders als bei einem Sprinter.

Sie haben auch schon mit Fabian Cancellara trainiert, kennen also auch die Velo-Szene. Mit wem möchten Sie in Zukunft noch zusammenarbeiten?

Das ist eine schwierige Frage, die ich mir so noch nicht überlegt habe. Für mich ist es einfach ein grosser Segen, jeden Tag mit Leuten zu arbeiten, die von sich aus Leistung bringen wollen. Wenn ich ihnen dabei helfen kann, spielt es für mich keine Rolle, welche Sportart es ist. Auch nicht, auf welchem Niveau sie sich befinden. Denn jeder, der sich verbessern will, bringt prinzipiell eine gute Einstellung mit. Dann bin ich sehr gerne Teil dieses Projektes.

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