Basler Schulen Sportunterricht kann im Ramadan zum Problem werden

Ein Junge wirft einen Volleyball. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schulsport kann Jugendliche, die fasten, an ihre Belastungsgrenzen bringen. Keystone

Wenn die Temperaturen über 30 Grad klettern, ist Sportunterricht anstrengend. Das gilt für alle Jugendliche. Noch mehr gilt dies aber für junge Menschen, die den Fastenmonat Ramadan begehen. Sie müssen aufpassen, dass sie die Anstrengung bewältigen können.

Beim Sport aufs Bänkli

In den Basler Schulen kennt man die Problematik. Man weiss, dass Jugendliche, die tagsüber nicht essen und trinken, weniger leistungsfähig sind. Valérie Rhein, Sprecherin des Erziehungsdepartements, sagt: «Darauf gilt es im Sportunterricht zu achten. Ein Kind, das fastet, kann vielleicht etwas früher aufhören mit dem Unterricht.» Eine Dispens vom Sportunterricht gebe es jedoch nicht.

Auch Prüfungen müssen an den vorgesehenen Terminen absolviert werden. «Häufig finden die Schülerinnen und Schüler, die fasten, einen Weg, um mit der Situation umzugehen.» Indem sie beispielsweise bei wichtigen Prüfungen aufs Fasten verzichten.

Tolerante Basler Schulen

Jasmina El-Sonbati, Islam-Expertin und selber Lehrerin an einem Basler Gymnasium, sagt: Grundsätzlich würden die Schulen in der Stadt Rücksicht nehmen auf Jugendliche, die fasten. Sie selber habe als Schülerin jeweils während des Ramadans auf den Sport verzichten dürfen.

Sie erlebe die Basler Schulen auch heute als sehr tolerant, sagt El-Sonbati. Die bestehenden Grenzen müssten aber klar aufgezeigt werden. «Als Lehrkraft sind wir verpflichtet, die Jugendliche zu beschulen und das ist nicht verhandelbar.»

Bis jetzt ist es in Basel nur in einem Fach zu Problemen gekommen: Bei der Hauswirtschaft mussten die Schulen durchsetzen, dass auch Kinder, die nichts essen, beim gemeinsamen Kochen dabei sein müssen.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)