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Stadtgespräch 2020 ist das Schicksalsjahr der Baselworld

Die Krise der Uhren- und Schmuckmesse war Thema der Podiumsdiskussion, die das Regionaljournal Basel und die Volkhochschule beider Basel veranstalteten.

Ueli Vischer, Verwaltungsratspräsident der Messe Schweiz, redete nicht um den heissen Brei herum. «Die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld ist in der Krise», sagte er beim «Stadtgespräch», das sich ganz um die Probleme der Messe drehte. Dass in letzter Zeit wichtige Aussteller abgesprungen sind, schmerzt die Baselworld.

Welche Zukunft die Messe habe, zeige sich im Jahr 2020. Die Messe 2019 sei noch gesichert, die darauffolgende Baselworld jedoch nicht. Der Grund: Derzeit können die Uhrenfirmen ihre aufwendigen Messebauten in der Messehalle lagern und müssen sie fürs Jahr 2019 nicht mehr aufbauen. Zwischen 2019 und 2020 hingegen können sie diese nicht stehen lassen. «Es muss sich also zeigen, ob die Aussteller 2020 wieder kommen. Wenn uns das gelingt, ist die Messe für mehrere Jahre gesichert», gab sich Ueli Vischer überzeugt.

Automesse Grand bereits wieder vor dem Ende

Im September fand erstmals die Automesse «Grand Basel» statt. Sie war konzipiert als Messe für Sammler von wertvollen Automobilen. Bei der «Grand Basel» habe man das Budget deutlich überschritten, sagt Messe-CEO Ueli Vischer. Die «Grand Basel» finde daher künftig vermutlich nicht mehr in Basel statt. Ursprünglich war geplant, auch in Hongkong und Miami Beach solche Sammlermessen durchzuführen.

Der Messe-Chef gab sich bei der Diskussion auch selbstkritisch. In den vergangenen Jahren habe man sich zu sehr auf die grossen Uhrenmarken fixiert und die Bedürfnisse der mittelgrossen oder kleineren Aussteller vernachlässigt. Dies bestätigte Rolf Studer, Chef von Oris aus Hölstein. Um die Bedürfnisse seiner Firma habe sich die Messeleitung kaum gekümmert.

Ein breiteres Publikum

Der Oris-Chef wünscht sich künftig eine Baselworld, die sich nicht ausschliesslich an Händler richtet, sondern an ein breiteres Publikum. Dafür brauche es beispielsweise günstigere Eintrittstickets, aber auch eine attraktivere Gestaltung der Hallen. «Es braucht Orte, wo man etwas essen oder trinken kann. Oder wo ein Fachgespräch vor Publikum stattfinden kann. Oder wo Fashion-Blogger sich austauschen können.»

Ähnlich sah dies Ewa Ming, Dozentin für Messemarketing. «Die Messehallen an sich haben keinen Charme. Den Charme zu entwickeln, diese Aufgabe wurde an die Aussteller delegiert. Dies reicht nicht.» Die Messeleitung müsse sich überlegen, wie sie den Besuch der Messe zu einem Erlebnis machen könne.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Pellaton (ThePelikan)
    Danke, Herr Studer, für die offenen Worte. Nun hat also auch die Messeleitung endlich begriffen, dass sie ohne die Aussteller ihre Messe knicken kann. Hat ja lange genug gedauert. Wenn jetzt noch die Hoteliers aufhören, das Messepublikum als zahlungskräftiges Melkvieh zu budgetieren, wirds vielleicht noch was mit der Messe Basel. Allein, ich hab so meine Zweifel...
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  • Kommentar von Andreas Graber (Klartext)
    Welches Mass an Lernfähigkeit hat die Führungsspitze der Messe bis heute angelegt? Es gibt noch viel Luft nach oben...
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