Zum Inhalt springen
Inhalt

«Sternenkinder» Spitalpersonal will würdigeren Umgang mit Fehlgeburten

In Basel sollen Fehlgeburten jedes Jahr bestattet werden, egal wie klein sie sind.

Blick auf die kleinen Gräber auf dem Friedhof.
Legende: Die Kindergräber auf dem Friedhof Hörnli sind liebevoll geschmückt. SRF

Wenn ein Kind unter 500 Gramm oder vor der 22. Schwangerschaftswoche im Bauch der Mutter stirbt, gilt es gesetzlich noch nicht als Mensch. Es hat in der Schweiz darum auch kein Anrecht auf einen Eintrag im Personenstandsregister.

Bestattet werden diese Kinder nur, wenn sich die Eltern darum kümmern und dies wünschen. Ansonsten wurden die kleinen Wesen in Basel bisher mit anderen Operationsabfällen kremiert, ohne richtige Bestattung. Seit diesem Sommer hat das Universitätsspital seine Praxis geändert. Der Anstoss kam vom Pflegepersonal und den Hebammen.

Ein eigener, sicherer Ort

Für viele Eltern sei es sehr wichtig zu wissen, dass ihr Kind an einem sicheren Ort bestattet sei, sagt Nina Theurillat. Sie selber verlor ihren ersten Sohn Manuel in der 29. Schwangerschaftswoche, danach erlitt sie eine Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft.

Es beschäftige sie heute noch, dass der Fötus nicht richtig bestattet wurde, weil er noch zu klein dafür war. «Auch wenn sie medizinisch noch nicht als solche gelten, sind es trotzdem Kinder. Ich finde es schön, dass sie jetzt auch ihren Platz auf dem Friedhof Hörnli haben.» Diesen Sommer fand die erste gemeinsame Bestattung und Trauerfeier statt für alle sogenannten «Sternenkinder». Jedes Jahr soll es nun eine solche Bestattung und eine Trauerfeier geben. Auch für diejenigen Kinder, die in der Frühschwangerschaft gestorben sind als Fehlgeburt.

Bestattung für alle Kinder

Es habe sie berührt, dass diese Kinder einfach wegkommen, ohne dass deren Würde berücksichtigt werde, sagt Jacqueline Estoppey, Pflegeverantwortliche in der Frauenklinik im Universitätsspital Basel. Darum habe sie sich eingesetzt für einen würdigeren Umgang.

Gerade für Mütter oder Eltern, die im ersten Moment keine Bestattung möchten, sei dies wichtig. Denn auch zu einem späteren Zeitpunkt sei es tröstlich zu wissen, dass das Kind gut aufgehoben sei.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Den würdevollen Umgang wäre auch bei abgetriebenen Föten im gleichen Entwicklungsstadium angebracht. Biologisch ist da kein Unterschied.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Denn auch zu einem späteren Zeitpunkt sei es tröstlich zu wissen, dass das Kind gut aufgehoben sei.......Nun, geht man mit den abgeschnittenen Fingernaegeln auch so um oder mit einem Blinddarm...(Apendix) alles ist totes Gewebe... man kann alles uebertreiben, wie ich jetzt getan habe... man soll deshalb die Eltern entscheiden lassen was mit dem toten Gewebe geschehen soll...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Zeljko Calusic (Zeljko Calusic)
      Wenn jemand ein verstorbenes Kind mit abgeschnittenen Fingernägel vergleicht und als totes Gewebe bezeichnet, beweist er damit, die totale Unfähigkeit jeglicher Unterscheidung oder eines Mitgefühls. Nach dieser Logik müsste man alle Verstorbenen als Abfall entsorgen. Einfach unglaublich.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen