Zum Inhalt springen

Basel Baselland Streit um Kompetenzen und Absenzen an Baselbieter Schule

Der Baselbieter Lehrer und SP-Landrat Martin Rüegg geht vor Gericht. Grund ist der Eingriff der Schulleitung ins Zeugnis einer Schülerin gegen den Willen des Lehrers. Ein Richter muss entscheiden, ob die Schulleitung das Recht hat, Zeugniseinträge ändern zu lassen.

Lehrerin neben Schülerin
Legende: Welche Kompetenz hat ein Lehrer bei Absenzen. Dies soll im Baselbiet ein Gericht entscheiden. Keystone

Die Zeitung «Schweiz am Sonntag» berichtete am Sonntag über den Fall, der sich am Gymnasium Liestal zugetragen hat. Demnach hatte Lehrer Martin Rüegg eine Schülerin, die als krank gemeldet war, im Zug angetroffen. Er hatte die Absenz deshalb als unentschuldigt ins Zeugnis eingetragen, worauf die Eltern sich dagegen wehrten.

Die Schulleitung wies Rüegg daraufhin an, den Zeugniseintrag zu korrigieren und die Absenzen als entschuldigt zu taxieren. Dies war Martin Rüegg zuviel.

Er weigerte sich, die Änderung vorzunehmen und will nun von einem Gericht beurteilen lassen, ob die Schulleitung ihre Kompetenzen überschritten hat und er auf seinen Eintrag im Zeugnis beharren kann.

Auf den konkreten Fall möchte Michael Weiss, Geschäftsführer des Lehrervereins Baselland nicht eingehen. Er kenne die genauen Details nicht. Dennoch begrüsst er den Schritt von Martin Rüegg. Es gehe generell darum, wo die Kompetenzen der Schulleitung liegen und ob die Lehrperson gegen Entscheide der Schulleitung Rechtsmittel einlegen können, sagt Weiss. «Wir finden, die Lehrerinnen und Lehrer sollten eine solche Rekursmöglichkeit haben.»

Immer mehr juristische Streitereien

Dass sich Eltern mit Anwälten und Juristinnen gegen Lehrpersonen oder die Schulleitung wehren, komme immer öfter vor, sagen Weiss und der Rekor des betroffenen Gymnasium Liestal, Thomas Rätz. Dies sei für die Schulen ein Problem, denn für solche Auseinandersetzungen brauchen die Schulen «sehr viele Ressourcen, die wir dafür gar nicht haben», so Rätz. Zum konkreten Fall wollte Rätz mit Verweis auf die laufende Untersuchung keine Stellung nehmen.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Nico Basler (Bebbi)
    Diese Verluderung zieht sich durch bis in die höhere Berufsbildung. Man meldet sich nicht ab, kommt zu spät, schreibt schamlos "Musterlösungen" aus dem Internet ab, mogelt wie wild bei Diplomprüfungen und schauspielert dann Empörung wenn man erwischt wird. Und solche Leute wundern sich wenn sie niemand einstellt oder sie aus dem Job fliegen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Es kann doch nur die Lehrperson beurteilen wie die Leistungen der Schüler/innen sind. Wenn der Schüler Krank gemeldet ist und erwischt wird, weil er sonst frei genommen hat, so ist es dem Lehrer überlassen wie er das handhabt. Es ist sowieso eine Unsitte, wenn Anwälte und Eltern bessere Noten für ihr Kind heraus schlagen wollen. Sie tun dem Kind keinen gefallen, im Gegenteil, der Druck wird noch grösser.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen