Streit um Organistin in Basler Kirche St. Peter

Nach 15 Jahren ist Schluss. Die Organistin der St. Peterskirche in Basel wurde entlassen und sofort freigestellt. Die Kirchenverantwortlichen beklagen das fehlende Vertrauensverhältnis. Eine Petition fordert die sofortige Wiedereinstellung der Musikerin.

Kircheninneres, Gäste sitzen in Kirchenbänken, rechts oben ist die Orgel sichtbar. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Orgel der St.Peterskirche bleibt der langjährigen Organistin verwehrt. Keystone

Babette Mondry organisierte als Kirchenorganistin regelmässig auch Konzerte. Sie machte sich deshalb einen Namen, weit über Kirchenkreise hinaus. Persönlichkeiten aus der Musikwelt setzten sich nun für sie ein. Organist Thilo Muster hat eine Petition gestartet, die bisher 120 Personen unterschrieben haben.

Peter Bachmann, Mitglied der St. Peterskirchgemeinde kritisiert die Entlassung der Organistin: «Babette Mondry ist eine herausragende Kirchenmusikerin mit internationaler Bedeutung». Er empfindet das Vorgehen der Kirchenverantwortlichen als «aggressiv» und nicht nachvollziehbar.

David Jenny, Mitglied des Kirchenrates der evangelisch reformierten Kirche Basel-Stadt, wirbt um Verständnis. Aus arbeitsrechtlichen Gründen könnten die Kündigungsgründe nicht kommuniziert werden. «Wer die Kirche kennt weiss, dass solche Entscheide nicht leichtfertig getroffen werden», sagt Jenny. Drei Gremien hätten sich mit der Sache beschäftigt und alle drei Gremien seien letztlich zur Überzeugung gelangt, dass eine Vertragsauflösung der beste Weg sei.

Kein Zurück

Peter Bachmann und seine Mitstreiter erwarten, dass die Kirchenverantwortlichen ihren Entscheid rückgängig machen und Babette Mondry als Organistin wieder eingesetzt wird. David Jenny: «Solcher Druck ist nicht neu und - ohne einen Entscheid vorweg zu nehmen - sehe ich keine Möglichkeit auf den Entscheid zurückzukommen.»

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)