Studiengebühren - stumme Protestaktion an der Uni Basel

Rund 150 Studentinnen und Studenten protestierten am Mittwoch im Kollegiengebäude. Sie forderten mehr Mitsprache im Studienalltag und eine Vertretung im Universitätsrat. Ausserdem sei auf die geplante Erhöhung der Studiengebühren von 700 Franken auf 850 Franken zu verzichten.

Studenten protestieren sitzend in Unigebäude Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Studentinnen und Studenten der Uni Basel fordern mehr Mitspracherecht. SRF

Zum Protest aufgerufen hatte eine «Kritische Bewegung Uni Basel». Via Facebook forderte sie Studierende auf, sich am stillen Protest zu beteiligen. «Wir haben auch eine Meinung», prangte auf einem Transparent. Um ihrer Ohnmacht Ausdruck zu verleihen, klebten sich die Studenten mit Isolierband die Münder zu. Ihre Botschaften verkündeten sie auf Flugblättern.

Protest am falschen Ort

Nicht die Universität will die Studiengebühren erhöhen, die Politik fordert ein grösseres finanzielles Engagement der Studentenschaft. Werden die Studiengebühren nicht erhöht, so droht im Landrat des Kantons Baselland die Vorlage zur Finanzierung der Universität abgelehnt zu werden.

Die Organisatoren der Protestes sehen das Dilemma. «Es ging heute in erster Linie darum, Studenten und Studentinnen zu mobilisieren», meinte Nathalie Huber vom Organisationskomitee. Der Weg nach Liestal und zum Rathaus in Basel stehe den Aktivisten noch bevor.

Protest von vielen getragen, aber nicht aktiv unterstützt

Viele der Studierenden im Kollegiengebäude wussten nichts von der Protestaktion. Erstaunt reagierten sie auf ihre Kolleginnen mit den zugeklebten Mündern. Ohne sich aktiv mit ihnen zu solidarisieren, trugen sie den Protest aber mit. Einige reagierten erstaunt und fanden die Aktion übertrieben.