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Die Tradition der Weihnachtsfenster - auf Besuch in Thürnen
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 19.12.2019.
abspielen. Laufzeit 04:10 Minuten.
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Tradition im Oberbaselbiet Eine Kanne, die verbindet

Viele Baselbieter Gemeinden haben einen Adventsfenster-Weg – auch Thürnen. Menschen aus dem Dorf haben ihre eigenen Fenster mit Weihnachts- und Wintermotiven geschmückt. Steht eine Kanne vor dem Haus, ist man ins Haus eingeladen.

An einem kalten Dezemberabend eröffnet die Thürner Familie Hasler ihr Adventsfenster. Aus diesem Fenster schaut ein zotteliger Plüsch-Esel, neben ihm steht ein Santichlaus mit Sonnenbrille. Zu den Füssen des Chlauses ist ein Sack, eine Öllampe und ein Schlitten, bepackt mit Geschenkboxen. Daneben zwei Tannenbäume.

Vor ihrer Haustüre haben Haslers eine Kaffeekanne platziert. Das bedeutet in Thürnen zur Adventszeit, dass alle eingeladen sind, einzutreten und Kontakte zu pflegen. In der warmen Stube sitzt denn auch ein Dutzend Thürnerinnen und Thürner gemütlich beisammen – die meisten von ihnen sind grau meliert.

Manschen am Tisch
Legende: Man ist herzlich eingeladen bei Haslers in Thürnen. SRF

Martha Hasler – in dieser Runde für alle einfach «s Marteli» – ist die Gastgeberin. Ihren Gästen reicht sie den selbstgebackenen Kuchen und versorgt sie mit Kaffee, Wasser, Wein und Bier. «Ich habe Freude, wenn jemand vorbeikommt und wirs gemütlich haben können», sagt die ältere Dame über ihren Grund, die Leute an diesem Abend zu bewirten. Sonst stehe sie eher im Hintergrund, sagt sie von sich selber.

In den Genuss dieser Bewirtung kommt auch Anton Hunziker, der seit 15 Jahren in Thürnen lebt. Ihm gefällt das Beisammensein im Dorf im Homburgertal mit seinen knapp 1'500 Einwohnerinnen und Einwohnern. Wenn im Dezember eine Kanne vor einem Haus stehe, gehe er gerne hin, weil man neue Leute kennenlernen könne oder auch alte Bekannte treffe. Ausserdem sei die Stimmung rund um diese Adventsfenster einfach mystisch. Selber will er auch bald ein Fenster gestalten und ist sich ganz sicher, dass er dann auch eine Kanne vor seine Haustüre stellen wird. Zeit dafür habe er jetzt mit 70 und als pensionierter Sozialarbeiter sei ihm das Gesellschaftliche schon immer gelegen.

Die Fäden in der Hand

Die Organisatorin des Adventsfenster-Wegs in Thürnen heisst Ursula Born. Seit bald 20 Jahren sorgt sie dafür, dass dieser Brauch, eine Kanne vor die Haustüre zu stellen und Leute einzuladen, weitergeführt wird. Und sie ist darum bemüht, dass sich genügend Menschen finden, die ihre Fenster als Adventsfenster verzieren, welche die Dorfbevölkerung dann eben auf diesem Adventsfenster-Weg bestaunen können. Es sind Wohnzimmerfenster, die eine Familie mit Scherenschnitten verziert, Schulhausfenster, die eine Klasse festlich schmückt oder wie eben bei Haslers ein Schaufenster, das mit weihnachtlichen Motiven ausgestattet wird.

Kurz nach Weihnachten steht dann ein gemeinsamer Rundgang zu allen Adventsfenstern an. Im Anschluss daran lädt Ursula Born jeweils noch zu sich nach Hause ein. Das schönste Erlebnis ist für sie, wenn die Leute dann bei ihr sitzen und sie gemeinsam bei einem wärmenden Getränk über die schönen Fenster plaudern. Das entschädige sie bei weitem für den Aufwand, den sie alljährlich betreibe.

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