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«Solche Geldverstecke waren zu dieser Zeit normal», sagt Kantonsarchäologe Reto Marti im Interview
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 18.11.2019.
abspielen. Laufzeit 03:37 Minuten.
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Überraschender Fund Römischer Schatz mit 300 Silbermünzen im Baselbiet entdeckt

Die Silbermünzen stammen aus der Zeit um 180 n. Chr. und wurden vermutlich aus Angst vor einem Diebstahl vergraben.

Von einem solchen Fund träumt jedes Kind: In einem Waldstück entdeckte ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Archäologie Baselland, ein sogenannter Späher, den Schatz. Dieser war im Boden vergraben. Hinweise, dass dort etwas Wertvolles liegen könnte, gab es keine.

«Der Späher war in unserem Auftrag unterwegs und suchte das Gebiet systematisch ab», erklärt Kantonsarchäologe Reto Marti. Die 293 Silbermünzen lagen auf engem Raum beisammen. Dies lasse den Schluss zu, dass sie gemeinsam in einer einmaligen Aktion vergraben wurden.

Die älteste gefundene Münze wurde unter Kaiser Nero 54–68 n. Chr. geprägt, die meisten im 2. Jahrhundert. Die jüngsten Stücke stammen aus der Zeit von Kaiser Commodus und wurden 181 oder 182 n. Chr. in Rom hergestellt. «Der Wert der Münzen entsprach ungefähr dem halben Jahreslohn eines Legionärs», so Marti.

Experten untersuchen Fundort
Legende: Die Experten Markus Peter und Rahel Ackermann vom Inventar der Fundmünzen der Schweiz untersuchen die Münzen vor Ort. Archäologie Baselland, Suzan Afflerbach.

Wer den Schatz vergraben hat, ist unklar. «Vermutlich wollte diese Person das Geld in einem sicheren Versteck aufbewahren. Da Banken zu dieser Zeit noch nicht bekannt waren, war dies nicht ungewöhnlich.»

Klar ist, dass der Fund laut Marti zu einem der grössten Silberfunde der Schweiz zählt. Noch wertvoller sei nur jener, der in den 1960er Jahren in Kaiseraugst gefunden wurde. Der «Kaiseraugster Silberschatz» wurde damals nach Baggerarbeiten von einem 12-jährigen Schüler entdeckt.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Eric Cerf  (Alpenjonny)
    Römische Soldaten wurden um 400 rum abgezogen und im schrumpfenden Reich die anrückenden Ost- Vandalen abzuwehren. Es gelang nicht. Das damalige Helvetien musste die Alemannischen Einwanderer passieren lassen. Die römische Kultur zerfloss wie Schnee an der Sonne. Die Alemannen waren Analpheten, bauten nur Holzhäuser mit Strohdächern. Konnten kein Glas mehr herstellen, das früher gute römische Strassennetz zerfiel vollkommen. Das Licht in Helvetien ging aus, es folgten dunkle Jahrhunderte.
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  • Kommentar von Eric Cerf  (Alpenjonny)
    Das römische Reich ging 354 unter, nach der Aufteilung in Ost/Westrom. Die Zerstörung Augusta Rauricas fand plus/minus um 400 statt. Die jetzt gefundenen Silberdenare aus Pratteln wurden aber 150 Jahre vor dem Zusammenbrach oder gar noch früher geprägt. Wer und warum die Münzen vergraben hat, bleibt für immer ein Rätsel. Von den turbulenten Kriegszeiten damals in der Region gibt es keine schriftlichen Nachrichten. Null, nichts, zero. Nur Funde im Boden, die schweigen eisern.
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