Zum Inhalt springen

Header

Audio
Man habe auf die Abstandsregeln geachtet, sagt Tonja Zürcher im Interview
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 02.05.2020.
abspielen. Laufzeit 04:12 Minuten.
Inhalt

Umstrittene Demonstration «Protest auf der Strasse muss trotz Corona möglich sein»

Grossrätin Tonja Zürcher (BastA) verteidigt ihre Teilnahme am verbotenen 1. Mai-Umzug in Basel.

Rund 500 Demonstranten haben sich am Freitag im Kleinbasel trotz aktuellem Versammlungsverbot zu einem 1. Mai-Umzug formiert. Die Polizei stellte 45 Verzeigungen aus wegen Verstoss gegen die Corona-Vorschriften, verzichtete jedoch darauf, den Umzug aufzulösen.

Das Verhalten der Demonstranten und das Nicht-Einschreiten der Polizei hat in Basel eine breite Kontroverse ausgelöst. Kritik gibt es von rechts bis links. Geäussert wird sie in Medienmitteilungen und in den sozialen Medien, beispielsweise von den bürgerlichen Jungparteien von CVP, SVP, FDP und GLP.

Kritik kommt aber auch von linker Seite. Als «unverantwortlich» bezeichnen SP-Präsident Pascal Pfister und Grünen-Präsident Harald Friedl die Durchführung einer solchen Demo. «Ein solcher Umzug war eine sehr schlechte Idee», sagt Pfister.

Die bürgerlichen Jungparteien fordern in einer gemeinsamen Mitteilung derweil den Rücktritt der Basler Basta-Grossrätin Tonja Zürcher. Sie war ebenfalls an der Demonstration dabei und steht nun im Fokus der Kritik.

«Wir hatten genügend Abstand zueinander»

In einem Interview mit dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF verteidigt Zürcher ihre Teilnahme an der Demo. «Protest auf der Strasse muss auch in Zeiten von Corona möglich sein», sagte die ehemalige Co-Präsidentin der Partei. Seit Montag seien ja auch Baumärkte und Gartencenter wieder offen, auch hier komme es zu Menschenansammlungen. Sie habe auch viele positive Reaktionen erhalten, sagt Zürcher. Man müsse als Politikerin damit rechnen, dass es für gewisse Aktionen Kritik gibt.

Zürcher betont, die Demo-Teilnehmer hätten sich während des Umzugs stets um genügend Abstand zum Nachbarn bemüht. Dass dies nicht immer der Fall war, zeigen indes Bilder, auf denen Demonstranten dicht an dicht gedrängt zu sehen sind.

Hat die Demo ein Nachspiel?

Ob ihr Verhalten von der Polizei nachträglich sanktioniert wird, wisse sie nicht, sagt Zürcher. Sie habe bis anhin nichts gehört. Ob Zürchers Verhalten ein politisches Nachspiel hat, ist ebenfalls noch unklar. Die Parteipräsidenten von SP und Grüne wollten sich nicht zur Frage äussern, ob eine Basta mit Tonja Zürcher als Partner-Partei noch infrage kommt. «Das müssen wir zuerst in der Partei besprechen», sagt Pfister.

Regionaljournal Basel 17:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Patrick Vögelin  (Patrick Vögelin)
    Die Bürgerlichen sollen sich nicht so aufplustern denn sonst müssen die ganze bürgerliche Grossräte auch zurück treten weil sie einen Volksentscheid nicht umsetzen Z.B Mieterschutz
    1. Antwort von Amina Moser  (Amina)
      Glauben Sie, Herr Vögelin, dass sich daran lediglich Bürgerliche stossen? Dann sollten Sie die Artikel dazu, auch auf SRF News genauer lesen.
  • Kommentar von Amina Moser  (Amina)
    Die ganze Stadt Basel, Aktive und Passive, haben sich aufgrund des Coronavirus aus Solidarität zueinander an das Fasnachtverbot 2020 gehalten.
    Tonja Zürcher findet es als Grossrätin entgegen allen schweizweiten Massnahmen "nötig" in einer verbotenen 1. Mai Demo dabei zu sein und diese dem Volk rechtfertigen zu wollen...
    1. Antwort von Patrick Vögelin  (Patrick Vögelin)
      Dann machen wir auch wieder alle Läden zu wenn es nach ihrer Logigk ginge denn dort wird der Sicherheitsabstand ja auch nicht eingehalten
    2. Antwort von Amina Moser  (Amina)
      @Patrick Vögelin
      Was hat das mit Läden zu tun, Herr Vögelin? Bleiben Sie doch bitte beim Thema wenn Sie sich äussern wollen, oder erklären Ihre Meinung bitte so, dass der Zusammenhang dabei offensichtlich ist.
    3. Antwort von Klaus Waldeck  (Oldie)
      Von einer aktiven Politikerin sollte man eigentlich erwarten können das sie sich an die Vorgaben der Regierung hält. Einfach nur VERANTWORTUNGSLOS .
  • Kommentar von Roger Pellaton  (ThePelikan)
    Die verbale Schadensbegrenzung hinterher wird nichts bringen, Frau Zürcher. Da können Sie sich das so lange schönreden, wie Sie wollen. Wenn jeder sich immer dann aus den gesetzlichen Vorgaben rausnimmt, wenn es ihm gerade sinnvoll scheint, brauchen wir keine mehr.