Universitätsvertrag Uni Basel muss 44 Millionen Franken einsparen

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Uni Basel muss sparen

5:06 min, aus Schweiz aktuell vom 26.6.2017

Die Regierungen der beiden Basel einigen sich auf eine Lösung im Streit um die Finanzierung der Universität. Die Beiträge beider Kantone sollen reduziert werden. Insgesamt muss die Universität gut 43 Millionen Franken einsparen.

  • Das Globalbudget der Uni wird bis 2021 um rund 10 Millionen Franken gesenkt, von 329.5 auf 319.5 Millionen Franken.
  • Für Baselland bedeutet das bis 2022 eine Entlastung von 6.3 Millionen Franken; Basel-Stadt zahlt gut 3.7 Millionen Franken weniger.
  • Bis 2022 soll ein neues, dynamisches Modell ausgehandelt werden, das die finanzielle Situation der Trägerkantone berücksichtigt.
  • Die Universität muss bis Ende 2021 gut 43 Millionen Franken sparen.
  • Ab 2021 halbiert Baselland den Kulturbeitrag. Basel-Stadt übernimmt die fehlenden 5 Millionen Franken.

Das aktuelle Globalbudget der Uni Basel beläuft sich auf 329,5 Millionen Franken. Daran beteiligt sich Baselland mit 169 und Basel-Stadt mit 160,5 Millionen Franken. Per 2021 sollen die Beiträge auf 319,5 Millionen Franken sinken, wie die Regierungen am Montag mitteilten.

Dies bedeutet eine Entlastung per 2021 für Baselland um 6,3 Millionen gegenüber heute, und für Basel-Stadt eine Entlastung um 3,7 Millionen Franken. Dabei nicht eingerechnet ist der laufende Deal, wonach Basel-Stadt dem Baselbiet bis 2019 jährlich 20 Millionen Franken extra zahlt.

«  Ich bin überzeugt, dass wir eine gute Lösung ausgehandelt haben. »

Monica Gschwind
Bildungsdirektorin Baselland

Die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind sieht in diesem Kompromiss einen Befreiungsschlag: «Ich bin überzeugt, dass wir eine gute Lösung ausgehandelt haben.» Damit sei eine Grundlage für die Weiterentwicklung der Partnerschaft zwischen den beiden Basel und der Universität geben, so Gschwind.

Auch ihr baselstädtischer Amtskollege Conradin Cramer bezeichnet die Lösung als grosse Erleichterung: «Die Uni bekommt wieder Planungssicherheit.» Weiter rechne Cramer nicht mit Qualitätseinbussen bei der Universität: «Die Reduktion der Beiträge ist vertretbar.»

«  Die Uni bekommt wieder Planungssicherheit. Die Reduktion der Beiträge ist vertretbar. »

Conradin Cramer
Bildungsdirektor Basel-Stadt

Dass die Planungssicherheit für die Universität wichtig ist, bestätigt Rektorin Andrea Schenker-Wicki. Gleichzeitig sagt sie zu den Sparmassnahmen: «Das ist eine grosse Herausforderung. Das wird nicht einfach.» Wo sie den Rotstift ansetzt, wisse sie noch nicht. Es werde auf verschiedene Sparmassnahmen und Effizienzsteigerungen hinauslaufen. Auch die Erhöhung der Studiengebühren sei nicht ausgeschlossen, so Schenker-Wicki.

Ab 2022: Berücksichtigung der Kantonsfinanzen

Ein neuer definitiver Finanzierungsschlüssel ist erst ab 2022 vorgesehen: ab dann sollen die Abgeltungen an die Uni flexibel gestaltet werden. Das heisst, die finanzielle Situation der Kantone sowie deren politische Interessen sollen berücksichtigt werden. Diesen Mechanismus müssen die Regierungen in den nächsten Jahren jedoch noch aushandeln.

Baselland kürzt auch bei der Kultur

Zusammen mit den Uni-Trägerbeiträgen haben die beiden Regierungen auch Eckwerte für einen neuen Kulturvertrag ausgehandelt. Baselland halbiert ab 2021 seinen Beitrag an die Kultur, die so fehlenden rund 5 Millionen Franken übernimmt Basel-Stadt. Mitte 2018 sollen Landrat und Grosser Rat einen neuen Kulturvertrag vorgelegt bekommen.

Langer Streit

Die Baselbieter Regierung hatte vor zwei Jahren angekündigt, ab 2018 der Universität Basel 25 Millionen Franken weniger zahlen zu wollen. Bürgerliche Parteien stellten noch weit höhere Kürzungsforderungen. Der Streit löste heftige Debatten über das partnerschaftliche Verhältnis der beiden Trägerkantone aus.

An der Uni Basel waren im vergangenen Herbstsemester von den 12'852 Studierenden der Universität Basel kamen im letzten Herbstsemester 17.8 Prozent aus Basel-Stadt und 20.3 Prozent aus Baselland 38.2 Prozent kamen aus anderen Kantonen und 23.7 Prozent aus dem Ausland.