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Vertrauensbeweis Kranke Angestellte sollen nicht unnötig zum Arzt müssen

Die Basler Versicherung verlangt künftig erst ab dem elften Krankheitstag ein Arztzeugnis.

Legende: Audio Bâloise-Angestellte dürfen auch ohne Arztzeugnis zehn Tage krank daheim bleiben. abspielen. Laufzeit 03:15 Minuten.
03:15 min, aus Regionaljournal Basel Baselland vom 18.02.2019.

Am Ursprung der Anpassung des Personalreglements sei eine Umfrage gestanden, sagt Stephan Walliser, Personalleiter der Schweizer Versicherung Bâloise. Man habe von den Angestellten wissen wollen, was für sie einen guten Arbeitgeber ausmache. «Ein Antwort die wir immer wieder erhalten haben war: Vertrauen», sagt Walliser.

Einen Vorschuss an Vertrauen will die Versicherung ihren Angestellten nun im Fall von krankheitsbedingter Abwesenheit entgegenbringen: Sie verlangt von ihren Mitarbeitenden künftig erst ab dem elften Krankheitstag ein Arztzeugnis. «Es kann doch nicht sein, dass Arbeitnehmer wegen jedes Hustens zum Arzt gehen müssen und so auch die Gesundheitskosten belasten», sagt Walliser.

Unsere neue Reglung entbindet die Vorgesetzten nicht von der Aufgabe, sich um das Wohl unserer Mitarbeitenden zu kümmern
Autor: Stephan WalliserPersonalleiter Bâloise Schweiz

Bei der Gewerkschaft Unia begrüsst man es grundsätzlich, wenn das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgebern und ihren Mitarbeitenden gefördert werde, sagt Zentralsekretärin Corinne Schärer. Gleichzeitig müssten die Arbeitgeber auch ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen, sich für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter interessieren und allenfalls auch dazu anhalten, einen Arzt aufzusuchen. Eine drei- bis fünftägige Frist ohne Arztzeugnis fände sie daher besser.

Ähnlich äussert sich Daniella Lützelschwab vom Schweizerischen Arbeitgeberverband. Wenn jemand fast zwei Wochen ohne ärztliche Untersuchung am Arbeitsplatz fehle, sei der Arbeitgeber in seiner Führungsverantwortung fast noch mehr gefordert und müsse gegebenenfalls Abklärungen veranlassen. «Speziell bei psychischen Problemen ist eine frühe Erkennung wichtig», sagt Lützelschwab.

Er kenne diese Bedenken, sagt Walliser: «Unsere neue Reglung entbindet die Vorgesetzten nicht von der Aufgabe, sich um das Wohl unserer Mitarbeitenden zu kümmern». Es sei ja gerade dass Ziel dieser Massnahme, dass ein Klima des Vertrauens geschaffen werde, in welchem es sich leichter über schwierige Themen wie gesundheitliche Probleme reden lasse.

(SRF1, Regionaljournal Basel, 17:30)

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Werle (Eva Werle)
    Der erste schlaue Ansatz zur Kostensenkung im Gesundheitswesen! Bei einer Grippe hilft im Bett bleiben besser als zum Arzt gehen. Dort infiziert man sich nur erneut. Aber wegen dem Arztzeugnis muss man ja, und dann hat man zwar x kostspielige Arttermine, ist aber mindestens genauso lange krank, wie ohne Arzt, wenn nicht noch länger! Jeden Winter schon x-Fach erlebt. Der reine Unsinn! Also: Kompliment an die Weitsicht der Basler! Hoffentlich macht das Schule!
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Die ersten Arbeitgeber haben bemerkt, dass Arztbesuche nach 2 Tagen Absenz oft zu Arztzeugnissen führen, die die Mitarbeiter für mindestens eine Woche krank schreiben...
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Die Zeugnissucht fuehrt zu ueberfluessigem Aufwand und Kosten. Fuer Abwesenheiten bis 14 Kalendertage im Winter und 7 in den anderen Jahreszeiten sollte der Zeugniszwang abgeschafft werden. Bei vielen Krankheitsabwesenheiten sollte der den Lohnersatz blechende Arbeitgeber oder die dito Taggeldversicherung ein unangemeldeter Besuch durch einen neutralen Bezirksarzt waehrend der Arbeitszeit beantragen duerfen. Mit Fakturierung an den Antragsteller, wenn die Arbeitsunfaehigkeit bestaetigt wird....
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