«Vielleicht sehen die Leute jetzt, dass es nicht so schlimm war»

Ende Monat verlässt Oliver Jacobi seinen Posten als Kantonsingenieur. Er ist über die «Eigenheim-Affäre» gestolpert. Im ersten Interview seit seiner Kündigung betont er, das Baureglement nie verletzt zu haben. Er bedauert aber, die Wirkung seines Verhaltens unterschätzt zu haben.

Beim Bau seines Einfamilienhauses in Seltisberg hat sich Kantonsingenieur Oliver Jacobi nicht strikt an die Baupläne gehalten. Er ging davon aus, die Veränderungen nachträglich beim Bauinspektorat bewilligen zu lassen. «Wir haben die Baupläne zwar nicht eingehalten, aber wir haben dadurch nicht gegen das Bau-Reglement verstossen.»

Dies wurde ihm aber als Fehlverhalten ausgelegt und Oliver Jacobi quittierte seinen Dienst beim Kanton Basellandschaft. Im ersten Interview seit seiner Kündigung und wenige Tage vor seinem letzten Arbeitstag nimmt Oliver Jacobi zum ersten Mal Stellung zu den Vorwürfen.

Die wichtigsten Aussagen:

  • «Ich bin freiwillig gegangen.»
  • «Im Moment der grössten Belastung hätte ich mir mehr Unterstützung durch Regierungsrätin Sabine Pegoraro gewünscht.»
  • «Ich habe einen neuen Job. Ich werde Teilhaber bei einem Verkehrsplanungsbüro.»
  • «Ich bin nicht nur Kantonsingenieur, sondern auch Privatperson und ich kenne kein Haus im Kanton Baselland, wo genau nach Plänen gebaut wird. Im Bauprozess werden immer kleine Details verändert. Das ist normal.»
  • «Jene Bauarbeiten, die wir nicht an Bauplan ausgeführt haben, sind für das Zonenreglement nicht relevant.»
  • «Ja, man kann von Chefbeamten erwarten, dass sie sich vorbildlich an die Gesetze halten und ich bin nach wie vor der Meinung, das Gesetz nicht missachtet zu haben.»
  • «Ich habe Fehler gemacht. Ich habe die Aussenwirkung meines Handelns unterschätzt.»
  • «Wir bleiben in Seltisberg. Wir haben nicht dieses schöne Haus gebaut, um wieder in einer Mietwohnung zu leben.»
  • «Die heutige Entschuldigung des Seltisberger Gemeinderates ist ein kleiner Tropfen auf den heissen Stein. Wir haben in den letzten drei Monaten schwierige Zeiten durchgemacht. Vielleicht sehen die Leute jetzt, dass es nicht so schlimm war»

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)