Vor 20 Jahren: Am 7.3.96 wird aus Sandoz und Ciba-Geigy Novartis

Es war eine der grössten Fusionen der Schweizer Wirtschaftsgeschichte: Die beiden Basler Chemie- und Pharmakonzerne Ciba und Sandoz schlossen sich unter dem Namen Novartis zusammen. Die Nachricht schlug wie eine Bombe ein.

Allenthalben rieb man sich am 7. März 1996 verwundert die Augen als Ciba und Sandoz völlig überraschend ihre Fusion bekannt gaben. Angesichts der laufenden Umstrukturierungen habe man zwar mit vielem gerechnet, aber nicht mit diesem Zusammenschluss, hiess es etwa von Gewerkschaftsseite. Wirtschaftsminister Jean-Pascal Delamuraz appellierte mit Blick auf den angekündigten Abbau von rund 12'000 Stellen - davon 3000 in der Schweiz - an das soziale Gewissen der Verantwortlichen.

Die Fusion vollzog sich zwischen zwei ebenbürtigen Partnern durch Aktientausch zu einem Zeitpunkt, da beide Konzerne gut da standen, sich aber der wachsenden Konkurrenz und steigenden Forschungsaufwendungen stellen mussten.

Auf dem weltweiten Pharmamarkt bedeutete die Fusion neu Platz zwei hinter der damaligen britischen Glaxo Wellcome, auf dem Agro-Markt gar die Spitzenposition.

Für Sandoz und Ciba ging mit der Fusion eine 110- beziehungsweise 112-jährige Firmengeschichte zu Ende. Die beiden Konzerne wurden komplett umstrukturiert. Das bedeutete insbesondere den Abschied von der Chemie. Novartis widmete sich fortan den drei Geschäftsbereichen Gesundheit, Landwirtschaft und Ernährung. Die Industriedivisionen von Ciba wurden 1997 in der Ciba Spezialitätenchemie zusammengefasst.