Wagenleute auf der Basler Klybeckinsel wollen länger bleiben

Bis am 11. August ist der Wagenplatz am aktuellen Standort offiziell geduldet. Nun haben die Wagenleute Unterschriften gesammelt und übergeben diese der Regierung. Sie erhoffen sich, dass sie länger bleiben dürfen. Auch 20 Grossräte unterstützen die Wagenleute.

Siedlung der Wagenleute auf dem Klybeck-Areal. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gekommen, um zu bleiben: Siedlung der Wagenleute auf dem Klybeck-Areal. SRF

«Wir gehen erst, wenn uns jemand mit Nachdruck dazu auffordert», erklärt Marco, der seinen Familiennamen nicht nennen möchte. Seit Ostern lebt er gemeinsam mit etwa neun anderen Wagenbewohnern auf dem Klybeckquai. Hier haben die jungen Menschen aus einem leeren Kiesplatz eine bewohnbare Fläche gemacht. Ein Wasserturm sorgt für frisches Wasser, Solarpanels auf den Wagendächern liefern Strom. «Wir geniessen die Entwicklung unseres Projekts und freuen uns über die positive Stimmung, die wir von unseren Nachbarn und Besuchern erleben», schreiben die Wagenleute in der Einladung zu einer Medienkonferenz.

Parlamentarische Unterstützung

An der Medienkonferenz selber sind neben den Wagenleuten auch die beiden Grossräte Heidi Mück vom Grünen Bündnis und Michael Koechlin von der LDP anwesend. Sie und 18 weitere Parlamentarier unterstützen die Wagenleute in der Forderung, länger als bis am 11. August bleiben zu dürfen. «Es handelt sich hier um ein soziokulturelles Projekt, das niemandem schadet», so Koechlin. «Man könnte hier durchaus etwas Weichspüler in die Gesetzesanwendung geben» , sagt er gegenüber dem «Regionaljournal» von Radio SRF.

Das Areal gehört den Schweizerischen Rheinhäfen. Koechlin fordert die Regierung dazu auf, den Rheinhäfen zu signalisieren, dass die Nutzung der Wagenleute akzeptiert wird. Heidi Mück vermutet: «Der Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen ist in einem Zwiespalt.» Würde die Regierung ihr Wohlwollen zum Ausdruck bringen, so müssten die Rheinhäfen keine Angst haben, sich politisch die Finger zu verbrennen.

Bedingung: Keine Gewalt

Für Michael Koechlin ist aber klar, dass er die Wagenleute nur unterstützt, so lange sie friedlich sind. «Ich schätze die Wagenleute nicht als gewaltbereit ein.» Die Besetzer hätten signalisiert, dass sie das Areal verlassen, sobald die Fläche anderweitig genutzt wird. Die Wagenleute selbst bestätigen dies. Sie wollen das Areal am 11. August aber nur dann räumen, wenn eine konkrete neue Nutzung in Planung ist.