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Versprochen, aber nie realisiert: Waldreservate
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 12.11.2019.
abspielen. Laufzeit 02:54 Minuten.
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Waldreservate «Beschämende Bilanz»: WWF kritisiert Basler Wald-Politik

Seit Jahren müsste es in Basel Waldreservate geben. Doch passiert sei bis heute nichts, kritisiert die Umweltorganisation WWF.

Harte Kritik der Umweltschutzorganisation an den Basler Behörden. Diese hätten in den letzten Jahren im Basler Wald Naturschutz verpasst. Anlass für diese harte Kritik ist der sogenannte Waldentwicklungsplan. Der WWF Region Basel lehnt diesen überarbeiteten Plan ab.

Waldkarte Basel
Legende: Die grössten Wälder im Kanton Basel-Stadt liegen in den Aussengemeinden Riehen und Bettingen. zvg

Bereits im alten Waldentwicklungsplan von 2003 sei nämlich festgehalten, dass zehn Prozent der Waldfläche als Waldreservat ausgeschieden werden müsse. Bis jetzt sei trotz dieser Vorgabe aber überhaupt nichts passiert. «Eine beschämende Bilanz», sagt Jost Müller, Geschäftsführer des WWF Region Basel.

Waldservate

Der Wald soll sich selbst überlassen werden. So bleiben zum Beispiel Bäume liegen. Mit den Jahren enstehe so eine «urwaldartige Situation», sagt WWF-Geschäftsführer Jost Müller.

Beim Amt für Wald beider Basel nimmt der Leiter Ueli Meier die Kritik der Umweltschutzorganisation entgegen: «Es ist tatsächlich so, dass wir das Ziel von zehn Prozent Waldreservaten nicht erreicht haben», gibt er unumwunden zu. Es gäb verschiedene Gründe, warum man in Sachen Waldreservate nicht vorwärts gekommen sei: komplizierte rechtliche Fragen oder auch der Wechsel des zuständigen Departements. Man sei jetzt aber wieder am Verhandeln mit Waldbesitzern, um solche Waldreservate einzurichten.

Konkret verhandle man mit den Bürgergemeinden Basel, Riehen und Bettingen. Sie besitzen im Kanton am meisten Wald. Bis in zwei Jahren wolle man denn auch mögliche Standorte präsentieren. «Jetzt schon die Zwischenergebnisse der Verhandlungen zu präsentieren, wäre den Waldbesitzern gegenüber einfach nicht fair gewesen», sagt Meier.

Jost Müller traut diesen Versprechungen nicht. «Schon vor 16 Jahren hiess es, man werde demnächst einmal Standorte präsentieren», sagt er. Er wolle deshalb weiter Druck machen und dafür sorgen, dass die Waldreservate möglichst bald realisiert werden.

SRF 1, Regionaljournal Basel, 12:03 Uhr

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Diethelm  (Okapi)
    Das Beispiel illustriert, was auf allen Verwaltungsebenen immer festgestellt werden muss, wenn es denn interessiert: Vollzugsdefizite, politische Aufträge, die nicht realisiert werden. Es stellt dem Parlament auch kein gutes Zeugnis aus, dass es 16 J zu- oder eher wegschaute, andere publizitätsträchtigere Themen bewirtschaftete. Es ist nicht damit getan, werbewirksame Vorstösse zu machen und hernach zu archivieren. Eine gewisse Kurzatmigkeit der Parlamentarier ist schon eine Systemschwäche.
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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Iregndwie eigenartig das gejaule in Basel- wohlverstanden einen Stadtkanton. Dafür ist im Baselbiet bereits deutlich über dem geforderten Minimum Wald geschütz worden. Die Natur hört ja nicht an der Kantonsgrenze auf.
    Zudem sich der Naturschutz nur zu oft wundern kann, wie es kurz nach unter Naturschutzstellung aussehen kann in einem solchen Wald. Da ist anstelle von "sich selbst überlassen" meist eher das Gegenteilder fall. Das idealsierte Urwaldbild kann der WWF und co. vergessen.
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