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«Ich gehe mit leichtem Herzen»: Hans-Peter Wessels tritt nicht mehr als Regierungsrat an.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 05.11.2019.
abspielen. Laufzeit 05:17 Minuten.
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Wessels tritt nicht mehr an «Man soll dann aufhören, wenn es noch Spass macht»

Am Dienstag gab der Basler Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels bekannt, dass er bei den Gesamterneuerungswahlen nicht mehr antritt. Überraschend kam diese Ankündigung nicht. Wessels ist seit 2009 im Amt und stand immer wieder in der Kritik.

Das Regionaljournal Basel hat Hans-Peter Wessels nach der Bekanntgabe seines Rücktritts zum Interview getroffen.

SRF Regionaljournal: Hans-Peter Wessels, als Sie vor 10 Jahren frisch im Amt waren, sagten Sie, dass Ihnen der Job Spass macht und Sie gerne lachen. Nun treten Sie zurück - Ist Ihnen das Lachen also vergangen?

Hans-Peter Wessels: (lacht) Nein, daran hat sich nichts geändert. Ich habe immer noch Freude an meinem Job. Aber man soll dann aufhören, wenn es noch Spass macht. Und die Wahlen vor zwei Wochen in Basel haben mich im Eindruck bestätigt, dass wir bei der SP einen tollen Nachwuchs haben, der gerne in die Fussstapfen tritt und daher gehe ich mit leichtem Herzen.

In Ihrem ersten Amtsjahr sagten Sie, dass das Regieren ein «Schoggi-Job» sei. Sind Sie immer noch dieser Meinung?

Natürlich arbeitet man viel und ist im Fokus der Medien. Aber es ist ein wundervoller Job der viel Befriedigung gibt...

... aber auch viel Kritik. Insbesondere die Basler Zeitung hat sie immer wieder scharf gegen Sie geschossen. Und auch die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates hat sie stark kritisiert. Stecken Sie das einfach weg?

Das gehört zum Job dazu. Wenn man das nicht erträgt, ist man im falschen Beruf. Und seien wir ehrlich: Es glaubt ja kaum mehr jemand alles, was in der Basler Zeitung steht. Die Leute wissen, dass da Informationsmüll drinsteht.

Aber eben: Nicht nur die Medien, auch die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates hat sie kritisiert.

Auch mit dieser Kritik muss ich leben. Man muss aber in diesem Amt auch unterscheiden: Was ist Kritik an meiner Tätigkeit und was ist Kritik an meiner Person. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Dem muss man sich in meiner Position bewusst sein.

Der Gewerbeverband ist heute ein inkompetenter und reaktionärer Verband
Autor: Hans-Peter WesselsBau- und Verkehrsdirektor Basel-Stadt

Bei den Bürgerlichen hat man zu Beginn Ihrer Amtszeit gedacht, dass Sie als ehemaliger Wirtschaftsförderer ein guter Verhandlungspartner sind, der nicht ideologisch denkt. Das hat sich danach geändert und auch bei den Bürgerlichen wurden Sie stark kritisiert. Wie erklären Sie sich das?

Die Wirtschaftsverbände haben sich in der Zwischenzeit auch verändert, vor allem der Gewerbeverband. Vor zehn, fünfzehn Jahren verfolgte man dort eine liberale, zukunftsorientierte Linie. Heute ist das leider, ich kann es nicht anders sagen, ein inkompetenter und reaktionärer Verband, der kaum noch in der Lage ist, vernünftige Beiträge für die Politik zu leisten.

Wenn Sie zurück schauen auf ihre Amtszeit, was würden Sie als Erfolg heraus streichen?

Basel hat gewonnen in punkto Lebensqualität, zum Beispiel beim Rheinufer. Und die Stadt ist auch grüner geworden und velofreundlicher, das ist augenfällig. Auch bei den Hochhäusern fand ein Umdenken statt, das ist meiner Meinung nach sehr erwünscht.

Und wenn Sie sich eine Note geben müssten für Ihre Leistung?

(lacht) Das kann ich nicht, das überlasse ich lieber anderen.

Das Gespräch führte Matieu Klee.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Wenn ich dieses Interview lese, habe ich das Gefühl, dass jegliche Kritik an seiner Amtsführung oder seinen Beschlüssen während all den Jahren einfach an ihm abprallten. Sein ständiges Lachen interpretierte ich so, dass er jegliche Kritik ins Lächerliche gezogen hat. Ich hoffe für BS, dass da ein RR gewählt wird, der den Bedürfnissen des Volkes UND des Gewerbes nachgeht.
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