Widerstand gegen Basler Kontakt-Stelle am Wiesenkreisel

Die Anwohner der Kontakt- und Anlaufstelle Wiesenkreisel im Kleinbasel sammeln Unterschriften. Sie wehren sich dagegen, dass die Anlaufstelle für 2,5 Millionen Franken renoviert wird. Sie verlangen vom Kanton, dass er für den Container einen neuen Standort sucht.

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Bildlegende: In den Kontakt- und Anlaufstellen können Abhängige sauber Drogen konsumieren. Colourbox

Der Container am Wiesenkreisel ist eine von zwei so genannten «Kontakt- und Anlaufstellen» (K&A) des Kantons. Hier können Drogenabhängige unter Aufsicht Drogen konsumieren. Dieser Standort sei den Anwohnern vor zehn Jahren als Provisorium präsentiert worden, sagt BDP-Vizepräsident Philipp Schopfer. Er hat früher selber im Rosentalquartier gewohnt und hat immer noch engen Kontakt mit vielen Anwohnern. Diese seien enttäuscht: «Sie hatten während Jahren die Hoffnung, dass der Container den Standort wechselt. Denn die Anwohner haben genug von Spritzen im Briefkasten und Blut im Hauseingang.»

Der zuständige Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger will nichts von einem Standortwechsel wissen. «Wir haben lange gesucht», sagt Engelberger, aber: «In Basel-Nord ist dies einfach der beste Standort». Denn in unmittelbarer Nähe gebe es auch keine Kindergärten oder grosse Wohnhäuser. Zudem bleibe die Anlaufstelle auch nach der Erneuerung ein Provisorium.Schopfer sieht dies anders. Er schlägt einen Standort in Kleinhüningen vor, gleich hinter dem Stücki-Center. Dieser Vorschlag stösst bei Engelberger aber auf taube Ohren: «Erstens haben wir dort kein Land, wo wir bauen könnten. Und zweitens ist Kleinhüningen schon genug belastet».

Immer mehr ältere Drogenabhängige

Die beiden Kontakt- und Anlaufstellen verzeichnen immer mehr ältere Kundschaft. Viele Drogenabhängige konsumieren seit Jahren Heroin und leiden unter Folgeerkrankungen. «Das Durchschnittsalter in unseren Kontakt- und Anlaufstellen liegt bei etwa 45 Jahren», sagt Oliver Bolliger, Leiter der Beratungsstelle von Sucht Basel. Viele von ihnen konsumieren seit den 80er und 90er Jahren Heroin, gemischt mit anderen Drogen.

«Das setzt dem Körper natürlich sehr zu, wenn über Jahre so viele Drogen konsumiert werden, vor allem auch der Umstand, dass es meistens ein Mix aus Drogen ist», sagt Bolliger. «Ausserdem altern Personen, die Drogen konsumieren, schneller.»

Das Personal müsse darum diese Personen intensiver betreuen. Waren es 2008 noch 989 intensive Betreuungen pro Jahr, waren es 2015 über 4000, wie einem Bericht des Basler Regierungsrats zu entnehmen ist.

(Regionaljournal Basel, 17:30)