Widerstand im Basler Wettsteinquartier gegen das «Roche-Tram»

Der Ausbau des Pharmakonzerns Roche im Wettsteinquartier hat Folgen. Im Quartier wird mit deutlich mehr Verkehr gerechnet, deshalb plant die Regierung eine neue Tramverbindung durch die Grenzacherstrasse - das sogenannte «Roche-Tram». Die Pläne stossen jedoch auf Widerstand im Quartier.

Anfang Juli hat das Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) seine Pläne für die Erweiterung des Tramnetzes vorgestellt. Oberste Priorität hat dabei das «Roche-Tram», welches das Areal des Pharmariesen mit dem Wettsteinplatz und dem Badischen Bahnhof verbinden soll.

Nun regt sich bereits Widerstand, und zwar ausgerechnet von Seiten des Vereins der Hauseigentümer und Anwohner des Wettsteinquartiers (HEAW), welcher schon seit längerem ein Verkehrskonzept für das Roche-Areal fordert.

Noch mehr Verkehr befürchtet

Das Tram würde die enge Grenzacherstrasse blockieren, befürchtet Silvia Rietschi, die beim HEAW für das Ressort Verkehr zuständig ist. Tatsächlich wird die Grenzacherstrasse vom öffentlichen Verkehr schon heute stark belastet: Nicht weniger als fünf Buslinien verkehren hier.

Daher wäre dem Verein lieber, das Roche-Areal würde von Osten her erschlossen, sei es durch eine Tramlinie über die Schwarzwaldbrücke oder durch eine S-Bahn-Haltestelle beim Solitude-Park. Falls die Behörden den Quartierbewohnern nicht noch entgegenkommen, will der HEAW die geplante Tramlinie bekämpfen, notfalls auch mit juristischen Mitteln.

Stadtplan mit Tramnetz Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das «Roche-Tram» (2) soll den Wettsteinplatz mit dem Badischen Bahnhof verbinden. Tramnetz 2020, BVD

Kein Verständnis beim BVD

Marc Keller, Mediensprecher des Bau- und Verkehrsdepartements, hat wenig Verständnis für die Position der Anwohner: «Der Verein schiesst sich damit selbst in den Fuss. Das Tram könnte den Mehrverkehr durch die zusätzlichen Roche-Arbeitsplätze aufnehmen und wäre zudem ruhiger und leistungsfähiger als Busse.» Weil das Tram einen Teil des Busverkehrs ersetzen könne, würde sich die Verkehrslage sogar beruhigen.

Der Idee einer Tramlinie über die Schwarzwaldbrücke erteilt Keller eine Absage. Nicht aber der S-Bahn-Haltestelle beim Solitude-Park. Diese könne den Tram-Anschluss allerdings frühestens in 15 Jahren ergänzen.

(Regionaljournal Basel, 06.32 Uhr)