Wochengast «Wir bleiben hier, auch wenn die Steuern höher werden.»

Der Zahnimplantathersteller Straumann hat die Eurokrise gut überstanden. Am Donnerstag hat er das beste Ergebnis seit acht Jahren präsentiert.

Straumann sei zwar weltweit tätig, bleibe aber stark mit der Region verbunden, sagt Firmenchef Marco Gadola. Seit 2004 hat das Unternehmen den Hauptsitz in Basel, zuvor war er in Waldenburg.

Aussagen von Marco Gadola im Wochengastgespräch:

Zur USR III, die abgelehnt wurde:

  • «Wenn der Bürger meint, die multinationalen Unternehmen würden entlastet und er müsse das bezahlen, dann kann ich verstehen, dass er ein ungutes Gefühl hat.»
  • «Wenn Straumann 3,4 oder 5 Prozent mehr Steuern bezahlen muss, wird die Firma die Schweiz deswegen nicht verlassen.»
  • «Wir müssen uns selbst an der Nase nehmen; auch Straumann hätte sich mehr für die USR III einsetzen können.»

Zur Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Jahr 2015:

  • «Ich finde es gar nicht so schlecht, wenn man ab und zu durchgeschüttelt wird. Dann muss man sich selber hinterfragen, Strukturen anpassen und überlegen, was man besser machen kann. Uns ist das gut gelungen.»
  • «Wir haben die Löhne in der Eurokrise gekürzt, die Mitarbeitenden standen dahinter und mittlerweile gelten wieder die alten Verträge und wir bezahlten auch einen Bonus.
  • «Wir konnten die Eurokrise relativ gut überwinden.»

Zum Wachstum von Straumann und der Unternehmenskultur:

  • «Wir machen weniger als 5 Prozent des Umsatzes in der Schweiz. Wir müssen deshalb in Basel nicht nur für Schweizer ein attraktiver Arbeitgeber sein, sondern auch für Inder, Chinesen, Japaner, Amerikaner und das färbt auf die Kultur ab.»
  • «Die Unternehmessprache in Basel ist Englisch, auch wenn es einige altgediente Kolleginnen und Kollegen gibt, die kein Englisch können. Und wir sprechen uns auch auf Deutsch auf Du an.»
  • «Die Waldenburger Wurzeln spielen in unserem globaliserten Unternehmen eine wichtige Rolle. Sie stehen für 200 prozentiges Bestreben nach Qualität, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Das spürt man heute immer noch.»
  • «Wären wir im Waldenburgertal geblieben, wären wir nicht soweit, wie wir heute sind. Bei uns arbeiten 40 Nationalitäten und es ist schwierig diese internationalen Leute dazu zu bewegen, im Waldenburgertal zu arbeiten.»