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Messe Schweiz muss abspecken
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Wirtschaft Schrumpfkur für die Messe Schweiz

Die MCH Group will das Event-Geschäft verkaufen und sich auf die eigenen Messe-Veranstaltungen konzentrieren.

  • Konzentration auf Organisation von Messen, Events und Kongressen
  • Verkaufsoption für Division «Live Marketing Solutions»
  • Kurzfristig noch kein Entscheid bezüglich Messe-Hallen
  • Investition in Innovation, Digitalisierung und Internationalisierung

Die Messebetreiberin MCH macht in ihrer Neuausrichtung den nächsten Schritt. Sie will sich künftig auf die Ausrichtung von Messen konzentrieren und das Dienstleistungsgeschäft abstossen. Mittelfristig stehen auch die Messegelände in Basel und Zürich zur Disposition.

Verkauf von «Live Marketing Solutions» wird geprüft

Konkret werden vorerst für den Bereich «Live Marketing Solutions» verschiedene strategische Optionen inklusive eines Verkaufs geprüft, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Dabei handelt es sich um die Dienstleistungstochter der Gesellschaft, die unter anderem Strategieberatung und den Bau von Messe-Pavillons anbietet. Der Bereich steuerte im Geschäftsjahr 2018 knapp 40 Prozent zum Umsatz der gesamten Gruppe bei und beschäftigt derzeit laut einem Firmensprecher mit rund 500 Mitarbeitern rund die Hälfte der Belegschaft.

«Konzentration notwendig»

«Wir haben mit unseren Eigenmessen und unseren 'Live Marketing Solutions' zwei Geschäftsfelder mit grossen Entwicklungsmöglichkeiten, müssen uns aber auf Grund der beschränkten Investitionsmittel auf eines von ihnen konzentrieren,» begründete Verwaltungsratspräsident Ulrich Vischer den Schritt in der Mitteilung. CEO Bernd Stadlwieser illustriert die Situation mit einem blumigen Bild: «Wir haben zwei wachsende Pflanzen, aber nur Wasser für eine davon.»

Wir haben zwei wachsende Pflanzen, aber nur Wasser für eine davon.
Autor: Bernd StadlwieserCEO MCH Group

Die Sparte, die verkauft werden könnte, sei aber sehr gut aufgestellt, wurde betont.
Die Modalitäten des möglichen Verkaufs sind laut einem Firmensprecher noch offen. Es sei möglich, die Sparte als Ganzes oder Stück für Stück zu verkaufen, sagte er der Nachrichtenagentur AWP.

Neue Ideen gefragt

Die MCH Group fokussiert sich also in Zukunft auf «die Organisation von zukunftsorientierten, national und international führenden Plattformen wie Messen, Events oder Kongresse». Dabei solle in den nächsten Jahren in die Weiterentwicklung bestehender Veranstaltungen und den Aufbau neuer Formate investieren werden.
Live Events würden weiter an Bedeutung gewinnen, so die Begründung. «Es braucht aber neue Ideen, da sich die Bedürfnisse der Kunden grundlegend verändern», liess sich CEO Bernd Stadlwieser zitieren. «Wir müssen deshalb in Innovationen, Digitalisierung und Internationalisierung investieren.»
Die Mittel dafür sollen laut den Angaben durch Sparmassnahmen bereitgestellt werden. Primär solle im Beschaffungswesen gespart werden, zu einem kleineren Teil aber auch beim Personal.

Offene Zukunft des Messegeländes

Zur Disposition gestellt wird auch die eigene Messeinfrastruktur an den beiden Standorten Basel und Zürich, so die Mitteilung weiter. Mittelfristig solle «diesbezüglich die geeignetste Eigentümer- und Betriebsstruktur» gefunden werden. Möglich sei ein privater Besitzer, so der Firmensprecher. Denkbar sei aber auch ein stärkeres Engagement der öffentlichen Hand.
Es handelt sich dabei um riesige Flächen. So besitzt MCH in Basel Ausstellungsflächen von 140'000 Quadratmetern und in Zürich von 30'000 Quadratmetern. Dies entspricht der Fläche von rund zwei Dutzend Fussballfeldern.
MCH, welche unter anderem wegen Absagen von prominenten Marken an der Uhrenmesse Baselworld in den Schlagzeilen war, hatte im Sommer 2018 einen Transformationsprozess angestossen. Das Ziel der nun verkündeten Massnahmen sei es, wieder eine angemessene Profitabilität zu erzielen und diese nachhaltig zu sichern. Die Details der neuen Strategie sollen bis Ende Jahr bekannt sein, damit 2020 mit der Umsetzung begonnen werden könne, teilte MCH weiter mit.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Da wollte die Geschäftsleitung unter René Kamm und der Verwaltungsrat unter Ueli Vischer mit dem Zukauf von Winkler, Expomobilia, mc2 usw. etwas zu hoch hinaus! Diese beiden Herren und die von ihnen geführten Gremien verhielten sich wie Ikarus. Und das schlimme daran ist und war, dass kein Dädalus da war, der vor den Risiken warnte. - Winkler ist schon verkauft, die anderen Firmen werden es auch bald sein. Und die Leidtragenden sind die Mitarbeiter, die entlassen wurden oder noch werden!
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