Wirtschaftskammer will Verkehrsplanung umkrempeln

Mit einem 5-Punkte-Plan zum Verkehr will die Wirtschaftskammer Baselland die Verkehrsplanung im Baselbiet umbauen: Stau soll damit verhindert und die Wirtschaftsentwicklung gefördert werden.

Christoph Buser und Christof Hiltmann sitzen an einem Tisch Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Weniger Stau Christoph Buser und Christof Hiltmann präsentieren ein Verkehrskonzept der Wirtschaftskammer Baselland. srf

Der Direktor der Wirtschaftskammer Baselland Christoph Buser und der Birsfelder Gemeindepräsident Christof Hiltmann wollen die Baselbieter Verkehrspolitik in andere Bahnen lenken. Das heutige System beruhe auf den historisch gewachsenen Strassen, die tintenfischartig alle zu einem Zentrum führen, meinte Buser an einer Medienorientierung der Wirtschaftskammer Baselland. «Wir bauen diese Strassen regelmässig aus, bis das ganze System trotzdem kollabiert.» Dieses sogenannte «Korridor-System» sei an seine Grenzen gekommen.

Netzartiges System statt «Tintenfisch»

Buser und Hiltmann wollen daher das Verkehrskonzept umkrempeln. Anstatt des «Korridor-Systems» soll nun ein «Ring-System» entstehen: Verkehrsringe um die Stadt Basel herum garantierten eine bessere Verteilung des Verkehrs, sagten die beiden anlässlich einer Medienkonferenz der Wirtschaftskammer Baselland. Bei Überlastung eines Teilabschnittes könne der Autolenker auch leicht die Staustelle umfahren.

Ein innerer Ring soll laut Buser und Hiltmann die Stadt umkreisen. Ein äusserer Ring soll den Verkehr in der Agglomeration von Frenkendorf, Arlesheim und Reinach bis nach Allschwil regeln. «Wir wollen einen Tunnel zwischen Arlesheim und Frenkendorf um das Nadelöhr der A2 zu entlasten», sagten sie. Wie das Birstal durchquert werden sollte, dies blieb allerdings offen.

Deutschland auch betroffen

Ein grosser Teil des äusseren Ringes führt über deutsches Gebiet. Dieser Teil ist eigentlich bereits gebaut. Bei Rheinfelden zweigt die A98 vom schweizerischen Autobahnnetz ab und führt über Südbaden um die Stadt Basel herum. Unterhalb von Basel kommt sie wieder in die Transitautobahn gegen Norden. Nur - dieses Autobahnteilstück erscheint in keinem Verkehrsleitsystem. Aus diesem Grunde benutzt der Transitschwerverkehr dieses Autobahnstück nicht, um Basel zu umfahren.

Gundelitunnel und Park & Ride im Entwicklungsgebiet

In ihrem 5-Punkte-Plan fordert die Wirtschaftskammer Baselland unter anderem auch den Gundelitunnel in Basel. Der Gundelitunnel sei anstelle der Variante ELBA zu bauen. ELBA bezeichnet die «Entwicklung Leimental-Birseck-Allschwil», die von der Baselbieter Regierung verfolgt wird. Das Gebiet Salina Raurica sei weiter im Gebiet Längi durch einen starken Park & Ride zu ergänzen.

Ihre Vorstellungen seien für die Wirtschaftsentwicklung wichtig, sagten die beiden freisinnigen Landräte. Damit kritisieren sie indirekt auch die Wirtschaftsoffensive ihrer Parteikollegin, der Baselbieter Regierungsrätin Sabine Pegoraro.