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Ueli Marmet und Tsioury Jakob im Wochengastgespräch
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 14.02.2020.
abspielen. Laufzeit 11:43 Minuten.
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Wochengäste im Gespräch «Ich bin immer an mein Ziel gekommen»

Ueli Marmet und Tsioury Jakob sind im Basler Blindenheim zuhause und erzählen über ihr Alltagsleben.

Ueli Marmet erinnert sich noch ganz genau, wie lange er schon im Basler Blindenheim lebt. «Am 30. August 1966 um 11:30 Uhr bin ich hier eingezogen», sagt der mittlerweile 74-jährige. Nicht mal halb so alt ist Tsioury Jakob, die nun schon seit zehn Jahren im Haus am Kohlenberg wohnt.

Ich kann mich nicht mehr an Farben und Umrisse erinnern.

Jakob erblindete im Alter von zwei Jahren: «Ich kann mich nicht mehr an Farben und Umrisse erinnern.» Heute arbeitet die 30-jährige im Blindenheim als Korbflechterin, eine Arbeit, die ihr gefalle. Marmet, der ursprünglich aus Adelboden stammt, war früher im Basler Musikhaus «Musik Hug» als Klavierstimmer tätig.

Wir haben eine gute Gemeinschaft hier. Ich könnte aber auch gut allein sein, das macht mir nichts aus.

Im Basler Blindenheim fühlen sich beide sehr wohl. «Wir haben eine gute Gemeinschaft hier. Ich könnte aber auch gut allein sein, das macht mir nichts aus», sagt Marmet, der wie auch Jakob nicht auf die Chrischona ziehen, sondern in der Stadt bleiben will in der Zeit des geplanten Umbaus des Blindenheims. Er sei ein Stadtmensch, betont Marmet, während Jakob zudem die Nähe zu ihren Freunden in der Stadt wichtig ist.

Das Neubau-Projekt des Blindenheims

Die Stiftung Blindenheim Basel will das bestehende Wohnheim an der Kohlenberggasse zurückbauen und plant dort einen Neubau. Dies, weil der aktuelle Bau aus den 70er Jahren nicht mehr den heutigen Wohnbedürfnissen entspricht. Am Donnerstag reichte die Stiftung das Baugesuch für das 40-Millionen-Projekt ein. In rund einem Jahr soll mit den Arbeiten begonnen werden. Während der dreijährigen Bauzeit ziehen die Bewohnerinnen und Bewohner in die ehemalige Reha Chrischona in Bettingen.

Sie fühle sich meistens sehr wohl, wenn sie als Blinde in der Stadt unterwegs ist, erzählt Jakob: «Die Leute sind sehr hilfsbereit. Es gibt aber auch Situationen, in denen wir Behinderten benachteiligt werden.» Als Beispiel nennt sie die automatische Haltestelledurchsage im Tram, die nicht immer funktioniert. Als sie einen Tramführer eines Tages darauf aufmerksam machte, wurde sie von ihm weggewiesen.

«Irgendwie geht es schon», sagt Ueli Marmet zu den Schwierigkeiten, die Blind im Stadtalltag erwarten und ergänzt mit Stolz: «Ich bin immer an mein Ziel gekommen.»

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